Time to Say Goodbye, Engelbert Lütke Daldrup

+++ FBB-Geschäftsführer vor der Ablösung +++ Ein kurzer Blick zurück +++ Sündenbock gesucht +++

Wenn sich der Wind dreht, hilft auch kein Helm


Guten Tag,

es war der Abend des 30.10.2008, auf dem Vorfeld des Flughafens Tempelhof, der an diesem Tag um 24 Uhr geschlossen werden sollte. Die Flughafengesellschaft hatte einen drittklassigen Tenor aufgeboten, der zum Abflug des Rosinenbombers und der Tante Ju " Time to Say Goodbye" schmetterte. Und die Moderatoren dieser Veranstaltung ließen das Publikum wissen, dass die Flughafenzukunft im Osten liegen würde, damals noch BBI genannt.

Die Flugzeuge hoben ab, der Tenor schmetterte zu Ende, Tempelhof wurde geschlossen, der BBI/BER wurde nicht fertig und diverse Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) gaben sich seitdem die Klinke in die Hand. Viel spricht dafür, dass es 2019 wieder einmal so weit sein wird.

+++ FBB-Geschäftsführer vor der Ablösung +++

Der Börsenkurs von Herrn Engelbert Lütke Daldrup wies schon seit längerer Zeit erhebliche Risiken und damit ein erhebliches - aber für einen FBB-Geschäftsführer übliches - Crashpotential auf. Auch Lütke Daldrup musste, wie schon seine Vorgänger, ein politisch bestimmtes Projekt übernehmen, das von Beginn an an massiven strukturellen Mängeln litt, die mit weißer Salbe und ohne politische Unkosten nicht zu heilen gewesen wären. Aber politische Unkosten, sprich die Benennung der für das BBI/BER-Desaster Verantwortlichen, verweigern eben diese politisch Verantwortlichen bis auf den heutigen Tag.

Und so wird es kommen, wie es vermeintlich kommen muss: Da es erwartungsgemäß auch Lütke Daldrup nicht gelingen wird aus der Baustelle in Schönefeld bis 2020 einen Flughafen zu machen, ist sein persönlicher Abflug sicher, geschätztes Abflugsdatum: Zweite Jahreshälfte 2019.

+++ Ein kurzer Blick zurück +++           

Ein Blick ins Archiv fördert dann auch Äußerungen von Lütke Daldrup-Vorgängern zu Tage, die diese Sachverhalte illustrieren. Das Papier, auf dem diese Worte standen, war geduldig, die Realität war es nicht:

• Im November 2012 meinte ein gewisser Herr Schwarz (FBB-Geschäftsführer 2006-2013): "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Erkenntnisse, dass es (die BER-Eröffnung) nicht der 27. Oktober 2013 sein wird." Am 7.1.2013 wurde dieser Termin aufgegeben.

• Im Dezember 2014 erklärte Hartmut Mehdorn (FBB-Geschäftsführer 2013-2015): "Ich denke, die (BER-)Baustelle ist im Griff. Das schaffen wir, da gibt es keine irgendwie gearteten Pleiten mehr."

• Ein Herr Mühlenfeld (FBB-Geschäftsführer 2015-2017) erklärte im März 2015: "Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir das Zeitfenster, das avisiert ist, dann hoffentlich realisieren können." Und: " Mittlerweile sind wir in der Lage, den Bau zu koordinieren."

+++ Sündenbock gesucht +++

Am 15.03.2019 war nun in der Pressemitteilung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) zu lesen:

"Insbesondere steht der Aufsichtsrat bei aller möglichen Kritik uneingeschränkt zum Vorsitzenden der Geschäftsführung. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, mit Engelbert Lütke Daldrup den richtigen Mann an der Spitze des Unternehmens zu haben, um ein äußerst schweres Erbe zu bewältigen und den BER erfolgreich an den Start zu bringen."

Das hört sich nicht gut an und die interessierte Öffentlichkeit weiß, dass für das mutmaßlich unhaltbare, aktuelle BER-Eröffnungsdatum (Oktober 2020) demnächst ein Sündenbock gefunden werden muss. Es wird wohl Engelbert Lütke Daldrup sein, der nun schon seit 2017 FBB-Geschäftsführer ist.

Herzlichst

Ihr Wolfgang Przewieslik


twitter.com/brennpunktber


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Text & Redaktion:
Wolfgang Przewieslik
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