Hans-Henning Romberg ist tot

Hans-Henning Romberg am 22. April 2018 in Berlin


Guten Tag,

mit großer Trauer und mit großer Dankbarkeit nehmen wir von Hans-Henning Romberg Abschied, der am 15.05.2018 im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Der Trauer um den plötzlichen Abschied, steht die Dankbarkeit für seine Lebensleistung, für seine Entschlossenheit und für seine Freundschaft gegenüber. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.  

Wir trafen Hans-Henning Romberg zuletzt Ende April in Berlin und hatten bis in die letzten Tage hinein Kontakt mit ihm. Er stand seit 2007 mit seiner Fachkompetenz als Lufthanseat, Flughafengeschäftsführer, GBAA-Geschäftsführer und leidenschaftlicher Luftverkehrsplaner und -sachverständiger den Newslettern "Das Thema Tempelhof" und "Brennpunkt BER" mit Rat und Tat zur Seite.

Vom 1992 bis 1997 war Hans-Henning Romberg Geschäftsführer der Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF), einer der Vorgängergesellschaften der heutigen Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), und damit einer der letzten Luftverkehrsfachleute in der Flughafengesellschaft, deren Spitzenpositionen fortan rein politisch motiviert besetzt wurden. Eine Vertragsverlängerung Rombergs scheiterte dem Vernehmen nach an seiner verweigerten Einwilligung zur schon damals geplanten Schließung des Flughafens Tempelhof. Eine couragierte Haltung, die man nur bewundern kann. 

Tempelhof, wie aktuell auch Tegel, waren dabei für Hans-Henning Romberg keine nostalgischen Sehnsuchtsorte, sondern unabdingbare Bestandteile eines leistungsfähigen Flughafensystems. Ein ums andere Mal wies er auf die mangelnde Leistungsfähigkeit des geplanten neuen Flughafens BBI/BER hin, der THF und TXL ersetzen sollte.

Die BBI/BER-Eröffnungstermine fielen fortan wie die Dominosteine, und die Kapazität des vermeintlich modernsten Flughafens Europas wurde offiziell wider besseres Wissen weiterhin schöngerechnet, wobei gleichzeitig die Passagierzahlen weiterhin überdurchschnittlich anwuchsen. In diesem Missverhältnis zwischen Schein und Sein erkannte Hans-Henning Romberg ein fundamentales Versagen der Verantwortlichen.

Man sagt, dass Politik mit der Betrachtung der Realität beginnt. Hans-Henning Romberg wünschte sich bis zuletzt dieses Prinzip auch für die Berliner Flughafenpolitik.   

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


twitter.com/brennpunktber


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Text & Redaktion:
Wolfgang Przewieslik

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Nachruf von Viel-Flieger

Mit Bestürzung nehme ich die Nachricht vom Tode Hans-Henning Rombergs zur Kenntnis. Er war wirklich ein großer und führender Luftfahrt-Experte und Freund des Luftverkehrsstandorts Berlin. Ich möchte den Angehörigen mein Beileid aussprechen.

Herr Romberg bildete einen kompetenten und sachlichen Gegenpol zu der hochgradigen Ideologisierung der Berliner Flughafen-Politik in der Ära Wowereit. Mit seiner Erfahrung und seinem Sachverstand erkannte er frühzeitig das kommende Unheil, in das der einst rot-rote Senat die Stadt führte. Dabei war immer ersichtlich: Ein Senat und ein Bürgermeister, welche den Niedergang zum gesellschaftlichen Leitbild erheben, und deren Wirken nur auf Großspurigkeit und Rechthaberei begründet ist, können am Ende das Projekt eines Hauptstadt-Flughafens nur an die Wand fahren. Und genau so ist es gekommen. Das ist eigentlich die ganze Geschichte des BER.

Heute ist ein Termin der Besinnung, aber auch der Anerkennung für das Lebenswerk von Hans-Henning Romberg, der uns immer in Erinnerung bleiben wird.

 

Kommentare

Ich danke einem alten Freund für unzählige Treffen und „Käffchen“, wie er es immer nannte. Von ihm habe ich immenses Wissen und weltmännische Betrachtungsweisen übernommen, wie von keinem anderen. Ich habe ihn sehr geschätzt und stets in ihm einen echten Luftfahrtspezialisten gesehen, wie es ansonsten heute nur noch wenige gibt. Noch wenige Tage zuvor durfte ich mit ihm frühstücken und wünschte mir, mit 76 noch so gut drauf zu sein wie er. Ein großer Luftfahrt- und Berlinfreund geht von uns! Mein großes Beileid.

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