BER-Kosten steigen erneut, mindestens um 770 Mio. Euro

+++ Ergebnisse der Aufsichtsratssitzung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) +++

Die Kosten steigen und steigen, und nun träumt man von der Airport-City


Guten Tag,

der Aufsichtsrat der der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) bestätigte nach seiner Sitzung am 02.03.2018 ein inzwischen altbekanntes BER-Prinzip: Die Kosten steigen und das Eröffnungsdatum für den ehemals als modernsten Flughafen Europas bezeichneten BER bleibt vage.

Durch die Ende 2017 verkündete 6. Verschiebung der Flughafen-Eröffnung auf den Oktober 2020 (ohne Nennung des Tagesdatum, obwohl am 25.10. der Winterflugplan beginnt) entstehen Stillstandskosten von mindestens 770 Mio. Euro und die BER-Gesamtkosten steigen damit von 6,5 Mrd. Euro auf nun 7,27 Mrd. Euro. Zur freundlichen Erinnerung: Begonnen hatte man mit 2 Mrd. Euro. Und zur Einordnung: 770 Millionen Euro, mal eben so draufgepackt, sind grob so viel, wie das ganze neue Berliner Schloss kostet.

Der FBB-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup brachte eine FBB-Kreditaufnahme (Bürgen: FBB-Gesellschafter Bund, Berlin, Brandenburg) von 400 Mio. Euro, eine Kostensenkung von ca. 270 Mio. Euro und einen zusätzlichen Anteil der Öffentlichen Hand von ca. 100 Mio. Euro ins Spiel, obwohl die Bundesländer Berlin und Brandenburg kein zusätzliches Steuergeld mehr bereitstellen wollen und sie in diesem Finanzierungsmodell schon als Kreditbürgen in Anspruch genommen werden würden. Eine durchaus eigenwillige Konstruktion.

Der Vorsitzende des FBB-Aufsichtsrats, Rainer Bretschneider, sagte zu dieser Zahlen-Jonglage: "Es ist gut, dass jetzt ein solides Zahlenwerk vorgelegt werden konnte." Ja – es ist ja auch gut, dass gebetsmühlenartig der Eröffnungstermin wiederholt wird.

Der Duden übersetzt "solide" übrigens mit fest, gediegen und langlebig. Wir haben allerdings den Eindruck, dass man sich auch diese Zahlenkolonnen nicht merken muss, da sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bald nach oben korrigiert werden müssen. In der Pressekonferenz schob Bretschneider dann noch eher süffisant nach, dass es ein "ein schlüssiges Finanzkonzept gibt - jedenfalls theoretisch". Ja, als theoretisch kann man vieles im und am BER bezeichnen.  

Dann erklärte der FBB-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup schließlich noch: "Mit dem Businessplan ist heute ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Eröffnung im Oktober 2020 erreicht worden. Der Businessplan beschreibt die unternehmerischen Chancen und Risiken für die Flughafengesellschaft." Nun könne eine "geschlossene Gesamtfinanzierung erarbeitet" werden und "die Gespräche mit Banken und Finanzierungspartnern beginnen."

Das ist nun der Stand 12 Jahre nach dem BER-Baubeginn im Jahr 2006. Die "unternehmerischen Chancen" des politisch kontaminierten Flughafenprojekts werden sich wohl in engen Grenzen halten. Am Ende des Tages werden aber mutmaßlich erhebliche finanzielle Risiken für die Öffentliche Hand übrigbleiben - nicht theoretisch, sondern tatsächlich. Lütke Daldrup war übrigens Mitglied im Aufsichtsrat, als man sich auf den berüchtigten Termin 3. Juni 2012 hintreiben ließ – und merkte nichts und trug alles mit. So wie Bretschneider heute.  
   
Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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