Wird Mühlenfeld Schulsenator?

+++ Vermischtes +++ Futur III +++ Nicht zum Lachen +++

Verborgene Talente des Geschäftsführers
der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB),
Karsten Mühlenfeld    


Guten Tag,

nach dem Wahlkampf kommt der Nachwahlkampf.

Vermischtes

Und der Nachwahlkampf begann auch in Flughafendingen schon am Wahlabend, als der FBB-Aufsichtsrat und amtierende Innensenator Frank Henkel (CDU) in der RBB-Wahlrunde meinte, dass ihm "keine validen Informationen" darüber vorliegen würden, dass der BER im vierten Quartal nicht ans Netz gehen wird. Nun, das Wahlergebnis wird Frank Henkel wohl zukünftig von derartigen Überlegungen befreien, weil eine weitere Amtszeit als Senator und FBB-Aufsichtsrat wohl äußerst unwahrscheinlich ist.

Und FBB-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld ließ sich schließlich in der Berliner Morgenpost vom 19. September 2016 mit den Worten zitieren: "Der Senat sollte als erstes die Schulen sanieren." Das war nicht ganz falsch, aber angesichts von Mühlenfelds Vollzeittätigkeit als Flughafengeschäftsführer auch nicht ganz treffsicher - oder bringt sich hier jemand als Schulsenator ins Gespräch?

Futur III

Und wir sind nun auch ungemein gespannt auf den schon vielfach angekündigten Untersuchungsbericht der Netherlands Airport Consultans (NACO) zum Baustatus des BER, der dann all das bestätigen wird, was Frank Henkel (CDU) überhaupt nicht und Michael Müller (SPD) - O-Ton: "Der Terminplan ist in der Umsetzung möglich" - nicht ganz gewusst haben wollten, nämlich dass der BER 2017 nicht in Betrieb gehen wird.

Das Maß an verbaler Verschleierung des langjährigen BER-Skandals durch die Verantwortlichen macht laut der Satire-Website Der Postillion sogar die Einführung des Futur III notwendig, damit man überhaupt noch über den BER reden kann: "Erst das Futur III ermögliche dem Sprecher, ein Ereignis in der Zukunft zu beschreiben, das höchstwahrscheinlich nicht eintrifft, weil es ohnehin verschoben wird, nach offizieller Sprachregelung aber eigentlich zutreffen müsste." Also: 2017 wird der BER hätte eröffnet worden sein? Man tut sich schon schwer mit dieser vermeintlich notgedrungenen Weiterentwicklung der Grammatik.   

Nicht zum Lachen

Es ist wirklich unglaublich, in zwei Monaten, von Juli bis August 2016, gab es 1%-Punkt Baufortschritt beim BER - laut Darstellung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB): Von 72% auf 73%. Die Bauarbeiten sollten eigentlich im August, nach schlichter weiterer Verschiebung Ende Dezember abgeschlossen sein. Das sind 3 Monate von heute an. Der 5. Nachtrag ist immer noch nicht genehmigt, der 6. Nachtrag daher noch nicht in Bearbeitung. Dieser 5. Nachtrag soll nun zum Termin der AR-Sitzung genehmigt werden. Das ist dann Nähe Mitte Oktober.

Dann bleiben noch 2,5 Monate Bauzeit. Es fehlen 27 %-Punkte Baufortschritt, in Worten siebenundzwanzig Punkte. Und dann hätte man für den Mühlenfeldschen Eröffnungstermin Winterflugplan 2017/2018 nur noch 10 Monate Zeit zum Genehmigen, Testen der Technik und Probeläufe mit realen Menschen. Und was ist, wenn in der Testphase Probleme wie in London auftauchen, wo die Gepäckanlage zusammenbrach? Gibt es einen Puffer? Nein, denn 2 Monate fehlen sowieso für diese Phase.

Wie können einigermaßen vernünftige Menschen im FBB-Aufsichtsrat so etwas zulassen, vor allem nach den Erfahrungen, die man mit dem ehemaligen Flughafengeschäftsführer Rainer Schwarz hatte, mit den unter seiner Ägide geplatzten bzw. verkündeten BER-Terminen 3. Juni 2012, August 2012 und 17. März 2013? Aber es bleibt ja die Frage: Was heißt überhaupt BER-Inbetriebnahme? Nach letzten Gerüchten eben nicht, dass noch 2017 der Gesamtkomplex läuft und in TXL nicht mehr geflogen wird. Es war schon einmal geplant worden, im Pier Nord provisorischen Check-in und die Sicherheitskontrollen zu machen.

Was immer jetzt nach der Wahl verkündet wird - es bleibt ein Provisorium. Und der vermeintlich modernste Flughafen Europas bleibt Stückwerk.

Übrigens, im August 2016 beträgt das Wachstum des Flugverkehrs in Berlin 11,4%. Am Jahresende werden es wohl 10% sein. Die Passagierzahl liegt dann bei 32,5 Mio. Wenn es 2017 ein Wachstum von 5% gibt und 2018, inklusive Eröffnungseffekten, 8%, dann sind das 36,8 Mio. Passagiere. Das BER-Terminal beginnt mit 22 Mio. Passagieren. Aber man lässt ja das alte DDR-Terminal in SXF-Nord mit 12 Mio. weiterlaufen. Aber selbst das reicht im Eröffnungsjahr nicht aus, geschweige denn in den weiteren Jahren, in denen das Passagiervolumen jeweils mit 2 Mio. Passagieren weiter zunehmen wird.
 
Also warten wir gespannt auf ganz neue Erklärungen, warum der BER doch nicht mehr 2017 in Betrieb gehen kann - ggf. in Futur III. Der reale und tatsächlich notwendige Imperativ kann daher nur lauten: Tegel muss offen bleiben!

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team




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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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