Wird das ein ehrlicher Rücktritt werden, Herr Wowereit?

+++ Die wahren Gründe für Wowereits Rücktrittsankündigung +++ BER wird nur 21 und nicht 27 Mio. Passagiere/Jahr schaffen +++

Guten Tag,

am 26.8.14 tobte aus gegebenem Anlass ein Mediengewitter sondergleichen, z.B. in der Berliner Morgenpost 7 Sonderseiten, und selbstverständlich war dieser Tag ebenso die Geburtsstunde einer ganz großen Legende, die da lautet:

Klaus Wowereit ist oder wird freiwillig zurücktreten. Er trat indes nicht sofort zurück, sondern kündigte nur an. Was war hierfür der ausschlaggebende Grund? Seine Pension, ein Zeitpuffer für die Nachfolgeentscheidung der Berliner SPD? Oder war es der Flughafen BER mit der Nachrichten-Bombe heute, dass die Kapazität zur Eröffnung gar nicht bei 27 Millionen Passagieren liegt sondern nur 21 Millionen?

Und wie sieht es mit der Freiwilligkeit seines Abschieds aus? Auch hier gibt es mehr Fragen als Antworten.

Ein Regierender Bürgermeister, dessen Vorzeigeprojekt seit Jahren kostenintensiv den Bach runter geht, ist wohl fast aller Handlungsmöglichkeiten beraubt, bis halt auf die eine.

Eine Blitzumfrage des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) kam daher wenig überraschend zu dem Ergebnis, dass 70% der Berliner Wowereits Rücktrittsankündigung ausdrücklich begrüßen. Und das Wowereit von einem "freiwilligen" Rücktritt sprach, kann wohl nur als starkes Stück bezeichnet werden.  

Fest steht jedenfalls, dass Klaus Wowereit nicht auf dem Zenit seines Ansehens zurücktreten durfte, sondern dass er das tun musste, als er sich schon tief im Tal befand und sogar noch einige Schlammlöcher vor sich hatte. Diese sind nun fürs erste umgangen worden, nicht mehr und nicht weniger.

Fast zu Tränen konnte einen dann der Artikel von Mechthild Küpper in der FAZ rühren, der den geradezu märchenhaften Titel "Der Riese unter den Berliner Zwergen" trug. Die "politische" Korrespondentin der FAZ ließ uns außerdem wissen: "Der Regierende Bürgermeister trug Blau, die Farbe der Treue." Und wer für Küpper der Riese und wer die Zwerge sind, braucht wohl nicht näher erläutert zu werden.

Wir sehen aber in der Berliner Landespolitik - parteiübergreifend - leider nur Zwerge am Werk.

Und auch in der SPD wird auf den politischen Zwerg Klaus Wowereit, der dazu beitrug, Berlin in die Boulevard-Berichterstattung abzuschieben, wohl ein weiterer Zwerg folgen, der mutmaßlich bei fast allen fatalen Entscheidungen der Vergangenheit mit am Tisch gesessen und alles, was dort lag, mit abgenickt hat.

Man fragt sich beunruhigt, was aus der Partei Ernst Reuters und Willy Brandts geworden ist, denn als Nachfolger wären die Herren Saleh und Stöß Jacke wie Hose.  

Beim Koalitionspartner CDU sieht es allerdings nicht besser aus. Anstatt Berlin die Chance von Neuwahlen zu geben, macht man hier einfach weiter wie bisher und verweist auf den Koalitionsvertrag, dessen treibende Kraft Klaus Wowereit war. Auch das sollte man sich merken.

Frau Küpper hätte vielleicht auch auf die Idee kommen können, dass es sich bei Klaus Wowereit beileibe nicht um einen Riesen handelte, sondern eher um einen ehemaligen Bezirksstadtrat, den es zufällig in den Berliner Senat spülte, der die Mitschuld am Bankenskandal einfach leugnete, und der ein Milliardenprojekt glaubte wie eine Eckkneipe managen zu können - nämlich überhaupt nicht -, dessen Scheitern sich hinzog wie Kaugummi, und dessen launige Sprüche schon bald vergessen sein werden.

Und hier kommt das Positive:

Berlin war schon vor Klaus Wowereit eine vitale Stadt und wird es auch - unabhängig von dem jeweils Regierenden Bürgermeister - immer sein. Berlin hat Herrn Wowereit ausgehalten, allein das ist das Positive.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team
 

 



P. S.

Wir sind übrigens sehr erleichtert, dass wir zukünftig nicht mehr Herrn Wowereit fotografieren müssen, was wir seit 2007 leider regelmäßig tun mussten, wobei uns aber zunehmend die Hände schwer wurden. Zur Feier des 26.8.14 bringen wir daher heute ausdrücklich kein Foto!

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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Analyse der Berliner Politik. Es wird Zeit dass Berlin den Geldhahn des Länderfinanzausgleichs zugedreht wird, damit sie nur ihre eigenen Einnahmen verpulvern können.

Ja, leider haben alle Berliner Parteien ihren Wowereit! Und da die Berliner Landespolitik mit dem BER ihr kollektives Unvermögen bekannt hat, sollte man das auch seitens der Bundespolitik entsprechend würdigen.

Dabei darf es nicht bei einer entsprechenden Neuregelung des Länderfinanzausgleichs stehen bleiben, der zu recht als Geldquelle für den monströsen Unsinn in Schönefeld genannt worden ist.

Der Bund muss jetzt einfach der Berliner Landespolitik sagen: "Wir haben euch verstanden und schicken euch alle nach Hause, sprich wir stellen Berlin unter Bundesverwaltung."

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