Wie kann man Flughafengebäude nutzen? Fürs Fliegen, für allgemeine Unterkünfte?

+++ Die ahnungslose Berliner Politik redet, bevor sie nachprüft +++ Erneute Lärmschutzklagen gegen den BER +++ BER: Es sticht in der Seite +++

Aufgang aus dem BER: Nur eine Rolltreppe für eine Richtung, die zudem noch vor dem von uns markierten Treppenabsatz endet - das Gepäck müsste also hochgewuchtet werden.


Guten Tag,

mit diesem Newsletter wollen wir nicht in die große Politik einsteigen. Die Abgründe der Berliner Flughafenpolitik reichen uns vollkommen aus. Ab und zu ergeben sich aber doch partielle Überschneidungen.

Die ahnungslose Berliner Politik redet, bevor sie nachprüft

Schon im Frühjahr 2014 tauchte der Vorschlag auf, in den Gebäuden und Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof Asylbewerber unterzubringen. Aus guten, sachlichen Gründen versank dieser Vorschlag dann aber auch wieder schnell in der Versenkung. Das hinderte den Bezirksbürgermeister des Berliner Bezirks Mitte, Christian Hanke, aber nicht daran, jüngst ordentlich auf den Putz zu hauen und alten Wein in alten Schläuchen als seinen neuen Vorschlag zu präsentieren. Hanke wurde von der überregionalen Presse daraufhin gerne als "Berliner Bürgermeister" bezeichnet.

Sein wenig origineller Vorschlag lautete, im ehemaligen Flughafen Tempelhof Asylbewerber unterzubringen. Wir fragten daraufhin am 1.9.2015 bei Herrn Hanke nach:

"Wie beurteilen Sie die technischen Voraussetzungen in den ehemaligen Hangars und Gebäuden in Tempelhof, denen die für eine Unterbringung von Personen notwendigen Einrichtungen, wie z. B. WC, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht fehlen." Hankes verblüffende Antwort am 2.9.2015 lautete, dass er "keine qualifizierte Beurteilung abgeben" könnte.

Nun sind, laut Berliner Zeitung, auch dem Berliner Senat Zweifel gekommen, ob die Gebäudetechnik und speziell die Toiletten in Tempelhof ausreichen, um dort zahlreiche Menschen unterzubringen - aber erst, nachdem dieser Vorschlag schon unwidersprochen und ungeprüft öffentlich diskutiert wurde. Wir meinen, dass auch für die Politik im Land Berlin gelten sollte: Erst denken, dann nachprüfen, dann reden.

Erneute Lärmschutzklagen gegen den BER

Die Berliner Zeitung berichtet schließlich, dass weitere Lärmschutzklagen gegen den BER vorbereitet werden.

Wie immer die Erfolgsaussichten dieser Klagen zu beurteilen sind, so kann man sagen, dass sie ein Indikator dafür darstellen, wie kontrovers das Flughafenthema seit der Schließung des Flughafens Tempelhof diskutiert wird und wie sehr sich dieses Thema als Projektionsfläche für diverse Realitätsverweigerungen eignet.

Durch die Schließung Tempelhofs 2008 wurde schon einmal eine Chance zur Entzerrung der Flugverkehre in Berlin und Brandenburg vergeben, und wie es aussieht ist die Politik weiterhin entschlossen auch die zweite Chance durch die geplante Schließung des Flughafens Tegel zu vergeben.

BER: Es sticht in der Seite

Wie die B.Z. berichtet, reißen die BER-Hiobsbotschaften nicht ab. Nun ist es der Südflügel des BER-Terminals, der "etwas" später fertig werden soll. Grund zur Sorge besteht laut des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller aber selbstverständlich nicht. War es bis zur Imtech-Pleite im April 2015 der März 2016, in dem die "bauliche Fertigstellung" erreicht werden sollte, so redet Müller jetzt vermeintlich fachkundig von der "Baufertigstellungsanzeige", die im Juni 2016 versandt werden soll.

Dann kann ja eigentlich nur noch der Postweg Probleme bereiten, weil der BER zu diesem Zeitpunkt dann schon fast fertig zu sein hätte und nach wie vor daran festgehalten wird, den, laut Aussagen der Flughafengesellschaft und des Berliner Senats, modernsten Flughafen Europas im zweiten Halbjahr 2017 zu eröffnen.

Josef Käser, der Vorstandsvorsitzende eines der größten BER-Auftragnehmer, der Siemens AG, bemerkte zu dem seit Jahren betriebenen BER-Terminlotto im Dezember 2013, dass man doch Geduld haben sollte und es auch in Ordnung wäre, wenn der BER 2018/2023 aufmachen würde.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team



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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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