Viel Lärm um Nichts

+++ Zustand des BER am Nikolaustag +++

Georg Grosz Platz in der Nähe des Berliner Kudamms

 

Guten Tag,

auch im Dezember 2015 gilt es eine weitere BER-Zwischenbilanz zu ziehen.

Zustand des BER am Nikolaustag

Kurz vor dem Nikolaustag wurde nun verkündet, dass ein Teil der BER-Entrauchungsanlage fertiggestellt sei.

Die Berliner Morgenpost erklärte ihren Lesern daraufhin, dass das "kein Durchbruch, aber ein Anfang" sei, was man wohl nach einer fast 10jährigen Baugeschichte als eine erstaunliche Leistung bezeichnen kann - sowohl verbal als auch faktisch. Aber "fertiggestellt" heißt ja nicht, dass auch getestet und abgenommen wurde. Insofern bedeutet diese Nachricht eigentlich – gar nichts.

Ansonsten gibt es von der BER-Springprozession nicht viel Neues zu berichten. Kaum überprüfbare Wasserstandsmeldungen über den Grad der Fertigstellung wechseln sich mit immer wiederkehrenden Mängel- und Skandalberichten ab. So wurde jüngst berichtet, dass die Gebäudeausrüster Imtech Deutschland und Siemens nicht erbrachte Leistungen im zweistelligen Millionenbereich abgerechnet haben.

Hintergrund dieser Vorgänge ist ein nicht bearbeiteter Rückstau von mehreren tausend Rechnungsnachträgen im Wert von ca. 200-300 Millionen Euro, der sich aufgrund der fristlosen Kündigung des BER-Generalplaners PG BBI im Mai 2012 ergeben hatte. Experten hatten vor diesen Effekten gewarnt. Ein neuer BER-Generalplaner konnte erst drei Jahre später wieder seine Arbeit aufnehmen.

Insgesamt kann aber auch dieser erneute Skandal im Skandal nicht überraschen, da das aktuell bei Kosten von ca. 5,4 Milliarden Euro angelangte Flughafenprojekt seit seinem Baubeginn 2006 weder eine industrielle Führung noch eine Baudokumentation besitzt.

Und sollte der BER tatsächlich in der "zweiten Hälfte des zweiten Halbjahres 2017" eröffnet werden, dann könnte sogar der heilige Nikolaus zum BER-Paten avancieren, vorausgesetzt Sankt Nikolaus erklärt sich bereit, bis dahin noch ein paar kleinere und mittlere Wunder zu tätigen.

Sein Gehilfe Knecht Ruprecht aber müsste den Verantwortlichen des BER bis dahin noch regelmäßig ins Gewissen reden, sonst wird das wohl nichts werden. Aber das kennen wir ja: Linkes Ohr rein, rechts Ohr raus. Das Gewissen und die Kompetenz sitzen irgendwo dazwischen, wurden aber in der Vergangenheit regelmäßig verfehlt.

Wir wünschen allen unseren Lesern einen schönen Nikolaustag und einen gesegneten Advent,

herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team

Am Ende des Newsletters - auf www.brennpunkt-ber.de - finden Sie eine einfach zu handhabende Kommentarfunktion.

twitter.com/brennpunktber

Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

© DTT 2015. Alle Rechte vorbehalten. Direkte und indirekte Textzitate sind nur mit einer vollständigen Quellenangabe zulässig.
 

V. i. S. d. P.: Wolfgang Przewieslik, Yorckstr. 74, 10965 Berlin

wolfgang.przewieslik@brennpunkt-ber.de
www.brennpunkt-ber.de

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.