Tür zu: BER-Eröffnung 2017 vom Tisch

+++ BER-Termine fallen, die Verantwortlichen bleiben +++

Viel Schnee, wenig Flugzeuge  


Guten Tag,

und wieder wohnen wir der scheinbar ewigen Wiederkehr des Gleichen bei und erleben, wie in unserem Newsletter vom 28.12.2016 schon angekündigt, die 9. Absage einer BBI/BER-Eröffnung, nach 1999, 2004, 2007, 2010, 2011, 2 x 2012, 2013 und jetzt also 2017 - und ganz nebenbei ist das Michael Müllers erste Absage.

Diesmal waren es also die Türen, die der BER-Eröffnung entgegenstanden. Laut RBB sollen nur etwa 20% der 1 400 Automatiktüren fehlerfrei funktionieren. Bei 80% der Türen muss demnach die elektronische Steuerung und die Verkabelung erneuert werden. Da die Automatiktüren zudem für Entrauchungsanlage eine große Bedeutung haben, ist hier höchste Sorgfalt angesagt. Auch die Sprinkleranlage ist betroffen, weil nach Anschluss weiterer Sprinkler nun die zuführenden Rohe zu klein sind.

BER-Termine fallen, die Verantwortlichen bleiben

Den Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) und Regierenden Bürgermeister Michael Müller ficht das aber genauso wenig an, wie die zuständigen Aufsichtsräte, Senatskoalitionen und Landesregierungen seit dem BBI/BER-Baubeginn 2006, die sich in immer neuen Ausflüchten und Entschuldigungen ergingen. Und unter Rot-Rot-Grün geht es offenbar genauso weiter, wie vorher unter Rot-Rot und Rot-Schwarz. Und Michael Müller ist seinen unterschiedlichen Funktionen seit 2006 mit dabei.

Immer munter dem Abgrund entgegen, lautet da offenbar das inoffizielle Motto oder wie es der damalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck 2010 ausdrückte: "Man muss jedenfalls auf keinen Fall um jeden Preis pünktlich sein – wir arbeiten ja mit öffentlichem Geld," dpa 6.6.2010. Jahre früher war von Platzeck folgendes zu hören: "BBI ist 2008 fertig. Der Zeitplan wird eingehalten, egal welcher Weg gegangen wird." Berliner Morgenpost 26.3.2003. Die Archive mit den entsprechenden Zitaten quellen also über. Konsequenzen hatte dieser für Berlin und Deutschland teure und politisch höchst schädliche Dilettantismus bis heute allerdings für keinen der ehemaligen oder aktiven Mandatsträger.

Michael Müller stellte sich am 12.1.2016, nach einer sogenannten BER-Baukonferenz, allen Ernstes vor die Öffentlichkeit und erklärte sich, obwohl er der verantwortliche FBB-Aufsichtsratsvorsitzender war, zum bloßen Moderator des weiteren Geschehens, indem er anbot "die angesprochenen Themen weiter zu begleiten". Und obwohl diese Begleitung immer mehr zu einer BER-Sterbebegleitung wird, darf Michael Müller weitermachen.

Und die ehemals so BER-kritischen Grünen entsenden selbstverständlich ihre in Sachen BER ahnungslose Wirtschaftssenatorin Ramona Pop in den FBB-Aufsichtsrat und besetzten ihr FBB-Aufsichtsratsmandat damit nicht fachlich, sondern politisch, obwohl sie als Oppositionspartei immer eine fachliche Besetzung gefordert hatten.

Was hat sich mit dem Regierungswechsel in Berlin nun geändert? Nichts. Es wird also auch unter Rot-Rot-Grün alles beim Alten bleiben, und wir erwarten den nächsten allein politisch bestimmten BER-Eröffnungstermin und die dann auf dem Fuße folgende BER-Terminabsage. Inzwischen steigen die Verspätungskosten jeden Tag um 1 Mio. Euro.

Vor 4 Jahren sagte der damalige Brandenburger Ministerpräsident Platzeck: "Eine nochmalige Verschiebung können wir uns auch für das Image des Landes nicht leisten." Recht hatte er. Das Image ist inzwischen erfolgreich ruiniert.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


Volksbegehren TXL-Offenhaltung

Die 2. Phase des Volksbegehrens "Berlin braucht Tegel" hat heute begonnen und dauert vom 21. November 2016 bis zum 20. März 2017. Innerhalb dieser 4 Monate müssen 174 000 Unterschriften mit einem zusätzlichen Puffer von 30 000, also über 200 000 Unterschriften, gesammelt werden. Bitte laden Sie sich die Unterschriftenliste "Zustimmung zum Volksbegehren über den Weiterbetrieb des Flughafen Berlin-Tegel Otto Lilienthal TXL" herunter.

Unterschriftsberechtigt sind nur Personen, die am Tage der Unterzeichnung zum Abgeordnetenhaus von Berlin wahlberechtigt sind, d.h.  alle Deutschen, die 18 Jahre alt, mindestens seit drei Monaten vor diesem Tag in Berlin mit ihrer alleinigen Wohnung oder mit ihrer Hauptwohnung im Melderegister verzeichnet und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Weitere Infos zum Stand des Volksbegehrens bitte unter www.tegel-bleibt-offen.de einsehen.


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