Sein oder Nichtsein - BER oder Champagner!

Scheidender Geschäftsführer Mehdorn geht eine Termin-Wette ein

Eine der raren BER-Erfolgsgeschichten: 2013 hatte sich dort eine Kamille durch die Baustelle gearbeitet …

 
Guten Tag,

dass Hartmut Mehdorn um deftige Sprüche nie verlegen war und diese Fähigkeit auch angesichts seines nahenden Abschieds nicht eingebüßt hat, stellte er einmal mehr in einem Interview mit der Welt am 25.1.15 unter Beweis.

Zum Abschied eine Kiste Dom Pérignon

Der BER werde, laut Mehdorn, pünktlich zum Herbst 2017 eröffnen und die von der Welt angebotene Termin-Wette nahm er ausdrücklich an, und benannte als Wetteinsatz eine Kiste Dom Pérignon, Jahrgang 1978.

Weniger hätten wir von Hartmut Mehdorn auch nicht erwartet und wir sagen schon einmal Danke für diese Souveränität und Großzügigkeit, denn eine Flasche Dom Pérignon kostet etwa 380 Euro. Da eine Kiste 12 Flaschen enthält, ergibt sich daraus ein Mehdornscher Wetteinsatz von 4.560 Euro auf die BER-Eröffnung 2017! Hut ab vor so viel Vertrauen in das BER-Happy End!

Und da wir fest davon ausgehen, dass Hartmut Mehdorn es ernst meint, weisen wir, im Interesse aller am BER Interessierten und selbstverständlich auch im Interesse aller Dom Pérignon-Fans, auf die öffentlich zugängliche Dienstanschrift von Hartmut Mehdorn hin:
 
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Vorsitzender der Geschäftsführung Herrn Hartmut Mehdorn, 12521 Berlin, pressestelle@berlin-airport.de.

Es wäre natürlich vorab zu klären, was Mehdorn unter einer BER-Eröffnung 2017 versteht, denn weniger als eine komplette Eröffnung des vollfunktionsfähigen BER sollte es tatsächlich nicht sein. Aber das ist sicherlich im direkten Kontakt zu klären.

Bis auf weiteres gilt jedoch, dass Mehdorn diese Wette wohl glatt verlieren wird und sich dem Interessierten daher eine unverhoffte Gelegenheit auf eine Gratis-Kiste Dom Pérignon eröffnet - so billig wird es nie mehr wieder werden!

Top, die Wette gilt!

Übrigens, nicht Teil der Wette ist Mehdorns Aussage, dass der BER "ein preiswerter Flughafen" werden wird.

Und die kauzigen Äußerungen Mehdorns sind wohl zum einen seiner arbeitsrechtlichen Situation geschuldet, d. h. der Verpflichtung zur Loyalität und Verschwiegenheit. Sie entsprechen aber anderseits quasi einer großen Übersprungshandlung: Da nämlich an der Termin-Holzkiste wohl kaum noch etwas zu löten ist, wird jetzt wohl forciert an der Sache vorbeigealbert. Das lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen.

Ein Insider berichtet

Im entschiedenen Gegensatz zu den freundlichen Bemerkungen von Hartmut Mehdorn stehen allerdings die bis heute im Einzelnen nicht widerlegten Aussagen des ehemaligen Leiters des Bereichs "Real Estate Management" der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Harald Siegle, aus dem Frühjahr 2014.

Siegle führte in seinem viel beachteten Schreiben vom 24.3.14 an Mehdorn u. a. folgende Punkte aus:

"Die allseits laufenden baulichen Veränderungen an und in den Gebäuden erlauben keine rechtssichere Rekonstruktion des havarierten Zustandes von Mitte 2012 mehr." Es existiert also mutmaßlich keine juristisch belastbare Grundlage für Regressansprüche für die Zeit vor und nach dem Amtsantritt von Hartmut Mehdorn.

"Von dem Kompetenzwirrwar wissen die Baufirmen beredt Zeugnis zu geben, die meist ohne Pläne gleichzeitig auf und rückbauen - wenn denn etwas gebaut wird." Kein Kommentar!

Harald Siegle, ein ausgewiesener Projektfachmann, wurde daraufhin mit einer Vielzahl von fristlosen Kündigungen überzogen, die anschließend von den Arbeitsgerichten aufgehoben wurden.

Im Januar 2015 bot sich Siegle nun, per Offenem Brief, dem Regierenden Bürgermeister Müller zur "Mitwirkung beim Neuaufbau der Führung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB)" an. Siegle schreibt: "Nach eigener Aussage hat Herr Mehdorn ein "bestelltes Feld hinterlassen". Jetzt muss bis 2017 "nur noch fertig gebaut" werden ... Die Angaben zu Terminen, Kapazitäten, voraussichtlichen Gesamtkosten etc. erscheinen jedoch wenig plausibel."  

Dem Regierenden Bürgermeister Müller, der nach eigenem Bekunden keine Zeit für den Aufsichtsratsvorsitz der Flughafengesellschaft hat, sei die Annahme dieser oder anderer qualifizierter Bewerbungen, angesichts der erheblichen BER-Risiken, jedenfalls dringend empfohlen.   
 
Champagner, Sekt oder Selters?

Wir müssen leider auf das Letztere tippen. Und Herr Siegle wird leider mutmaßlich mit einer Abfindung die Flughafengesellschaft verlassen müssen, da man wohl weiter lieber unter sich bleiben will bzw. ausgewiesene Kompetenz und Stehvermögen wohl eher schädlich für eine erfolgreiche Bewerbung sind.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


P. S.

Vielleicht ist Hartmut Mehdorn auch nach wie vor von der durchschlagenden Wirkung der eigenen Flughafen-PR beeindruckt, die im Dezember 2014, im Zusammenhang mit seiner Rücktrittsankündigung, den Tagesspiegel wohl dazu zwang, die folgende Aussage - ohne Wetteinsatz -zu machen: "Wird sich die (BER)Eröffnung jetzt noch einmal verzögern? Dafür gibt es derzeit keine Anzeichen," meinte der Tsp am 15.12.14.    


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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