Mehdorns Abschiedsgeschenk: Höhere BER-Kosten

+++ Scheidender Geschäftsführer Mehdorn nennt neue Zahlen +++ Ahnungsloser Aufsichtsrat +++ Der Nächste bitte: Neuer Flughafengeschäftsführers tritt an +++

BER: Verantwortung ist ein Fremdwort, Namen und Gesichter sind austauschbar


Guten Tag,

da staunte die interessierte Öffentlichkeit nicht schlecht, als es Hartmut Mehdorn, der scheidende Flughafengeschäftsführer, in seinen letzten Amtstagen noch einmal so richtig krachen ließ.

Weiter steigende BER-Kosten

Zum Abschied wies Hartmut Mehdorn in einem Interview ausgerechnet mit dem Hessischen Rundfunk daraufhin, dass die bisher eingeräumten Gesamtkosten von 5,4 Mrd. Euro durch Aufwendungen für Kapazitätserweiterungen, für Zinsen und für nicht weiter benannte zusätzliche Maßnahmen weiter steigen werden. In diesem Zusammenhang wollen wir darauf hinweisen, dass jeder Monat Stillstand im BER ca. 17 Mio. Euro kostet, was sich von Juni 2012 bis zum Herbst 2017 auf rund 1 Milliarde Euro kumuliert haben wird.

Ahnungsloser Aufsichtsrat

Neben dem Zeitpunkt dieser Aussage ist vor allem die Frage delikat, ob der Aufsichtsrat die weitere Kostensteigerung bei einer pflichtgemäßen Amtsführung nicht hätte erkennen müssen!  

Diese Frage richtet sich selbstverständlich an alle Aufsichtsratsmitglieder, die von den Anteilseignern Berlin, Brandenburg und dem Bund in das Aufsichtsgremium der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) entsandt worden sind. Wurde hier nach dem Grundsatz gehandelt "Nimm du ihn, ich hab ihn sicher!"?

Speziell die aktuellen oder bis 2014 im Amt befindlichen Aufsichtsratsmitglieder der federführenden Bundesländer Berlin und Brandenburg, d. h. Klaus Wowereit / Michael Müller, Frank Henkel und für das Land Brandenburg der Staatssekretär und Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider, werden hier unangenehme Fragen zu beantworten haben.

Neuer Flughafengeschäftsführer schon demontiert

In diesem Umfeld soll nun Karsten Mühlenfeld am 16.3.15 sein Amt als Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) antreten, falls er von seinem alten Arbeitgeber Bombardier überhaupt eine zeitnahe Freigabe erhält. Neben den drängenden Fragen nach der zukünftigen Geschäftsführung und der Vermeidung weiterer Korruptionsfälle in der Flughafengesellschaft, wird Mühlenfeld wohl vor allem daran gemessen werden, ob er die offenbar seit geraumer Zeit außer Kontrolle geratenen Kosten wieder wird eindämmen können.

Angesichts der Verweildauer seines Vorgängers Hartmut Mehdorn, der nicht als erster Hoffnungsträger der BER-Geschichte im Frühjahr 2013 antrat, stellt sich schon jetzt die Frage, wie lange Mühlenfeld bleiben wird? Zwei oder drei Jahre? Und wann werden auch ihm die Defizite zur Last gelegt werden, die dem BER schon von Anfang an innewohnten?

Nach den aktuellen Äußerungen von Hartmut Mehdorn muss der neue Geschäftsführer Mühlenfeld schon als demontiert gelten, bevor er überhaupt angefangen hat.

Und last but not least: Für den ehemaligen Flughafen Tempelhof wird nun - 7 Jahre nach seiner unsinnigen Schließung - eine neue sogenannte Bürgerbeteiligung für die Nachnutzung durchgeführt. Das übliche Vorgehen des Berliner Senats - erst schließen, dann nachdenken - wird hier erneut zu besichtigen sein.
 
Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team




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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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