Müller - schlau, aber nicht klug!

+++ Was taugt der neue BER-Bürgermeister? +++ Senat und Flughafengesellschaft feiern das 40-jährige-Bestehen von TXL - nicht! +++

 

Guten Tag,

der erst einmal nur parteiintern zum Nachfolger von Klaus Wowereit gewählte Michael Müller bedachte seine Genossen auf der abschließenden Vorstellung der SPD-Kandidaten am 14.10.14 in der Berliner Müllerstraße, im ehemaligen roten Wedding, mit der launigen Begrüßung "Willkommen in der Müllerstraße!" und seine anschließenden Ausführungen thematisierten die "Solidarische Stadt".

Die Marschrichtung war damit klar: Müller versuchte sich als Anti-Wowereit zu inszenieren, der Politik nicht abfeiert, sondern als Kümmerer abarbeitet.

Das war vielleicht schlau, aber klug war es auf keinen Fall, denn da versuchte ein alter Bekannter seine Vergangenheit genau an der Seite Desjenigen vergessen zu machen, dessen Masche sich sowieso schon längst selbst entlarvt und erledigt hatte.

Angst vor Neuwahlen

Müllers Kümmerei reichte aber nicht so weit, um allen Berlinern die Möglichkeit zur Abstimmung geben zu wollen, und ohne Wenn und Aber die Einleitung von vorgezogenen Neuwahlen für das Berliner Abgeordnetenhaus anzukündigen.

Da hatte wohl jemand große Angst vor 2,5 Millionen Wählern, und ließ sich daher lieber von nur 6 353 Berlinern, die praktischerweise zugleich SPD-Mitglieder waren, zum Regierenden Bürgermeister wählen.

Nun wird es also den "Politik-Malocher" Müller geben, in dessen bisherige Zuständigkeit als Stadtentwicklungssenator tatsächlich aber auch die maroden Straßen Berlins fielen, die z.B. die BVG-Busse auf dem Kudamm über weite Strecken zu Tempo 30 zwingen, um Schäden an den Fahrzeugen zu vermeiden. Soweit ist es unter dem Bürokraten Müller also schon gekommen.


BER-Bürgermeister

Im gar nicht so Kleinen schon gescheitert, darf sich Müller zukünftig vor allem auch als BER-Bürgermeister betätigen, auch wenn er als Kandidat nicht müde wurde, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wobei schon Gustav Heinemann wusste, dass wenn man mit dem Finger auf andere zeigt, drei Finger auf einen selber zurückzeigen.

Der BER war bekanntlich nicht nur das Vorzeigeprojekt von Klaus Wowereit, sondern auch das der gesamten Berliner SPD und damit auch die Herzensangelegenheit seines getreuen Weggefährten und jetzigen Nachfolgers Michael Müller.        

Michael Müller wird sich also hauptamtlich mit einem BER beschäftigen müssen, der u. a. seit 2006 keine Baudokumentation kennt. Und mit dieser nichtvorhandenen Baudokumentation entfallen selbstverständlich auch alle mutmaßlichen Regressansprüche gegen Auftragnehmer, da zu keinem Zeitpunkt der Ist-Zustand des BER gerichtsfest dokumentiert wurde.

Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass unter diesen Umständen jeder Kneipenumbau gestoppt worden wäre. Aber der BER ist halt eine ganz besondere "Kneipe" und dazu noch eine hochpolitische, bei der keiner der langjährig Beteiligten sein Gesicht verlieren will, auch wenn davon kaum noch etwas übrig geblieben ist.

Macht Müller alles neu?

Und da klingen die aktuellen Ansagen des Herrn Müller doch etwas schlicht, die er jüngst im Rahmen des großen Interviews "Berlin wird mich noch kennen lernen", in der "Welt am Sonntag" vom 26.10.14, machte.

Müller verriet uns, dass "die Berliner Politik mit den führenden Köpfen im Aufsichtsrat vertreten sein muss." Da kann man nur anmerken, dass die "Berliner Politik mit den führenden Köpfen" schon immer im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft vertreten war - leider!

Und: "Wenn ein Finanzplan oder eine Terminkette tatsächlich seriös unterlegt sind vonseiten der Geschäftsführung, dann soll Mehdorn sie auch vorlegen."

Naja, die "Terminkette" ist jedenfalls schon vor einiger Zeit "gerissen", weil da nichts "seriös unterlegt" war - und eine Hoffnung auf Besserung besteht nicht. Mit dem Verweis auf die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft werden aber wohl schon die nächsten Ausflüchte und Entschuldigungen vorbereitet und von einem Neuanfang kann daher absolut keine Rede sein.

Nein, Berlin braucht Herrn Müller nicht mehr kennen zu lernen, weil unsere Stadt dieses zweifelhafte Vergnügen schon vor vielen Jahren hatte, und jetzt alles andere braucht als ein "Weiter so!".

Kein führender Kopf

Und tatsächlich ist von einem Michael Müller auch jetzt nichts weniger zu erwarten, als dass er die fatale Flughafen-Politik seines Vorgängers Wowereit nahtlos fortsetzen wird.

Passend dazu wird es auch keine Feier zum 40. Jahrestag der Eröffnung des Flughafens Tegel am 1.11.14 geben, weil sich der Senat und die Flughafengesellschaft erwiesenermaßen besser darauf verstehen, funktionierende Flughäfen zu schließen, als bestehende zu feiern oder gar neue zu bauen.

Bei diesen Aussichten bleibt nur noch eins zu fordern, nämlich Neuwahlen - jetzt und sofort!

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team

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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

http://bit.ly/1tOIXPX

Der Focus berichtet, dass der BER bisher zu nur 15% fertiggestellt sei und nur 240 Bauarbeiter dort tätig sind!!!

Na, da hat Müller ja noch jede Menge "Gestaltungsspielraum"!

Und Müller wusste natürlich von nichts bzw. trägt selbstverständlich für absolut gar nichts die politische Verantwortung, obwohl er von 2001 - 2011 Berliner SPD-Fraktionsvorsitzender, von 2004 - 2012 Landesvorsitzender seiner Partei war und seit 2011 Stadtentwicklungssenator ist. Und jetzt erzählt Müller, dass er von nichts Bescheid wusste, hahaha!

Eben höre ich im Radio, dass Müller einen Zeitplan für den BER fordert! Da lachen ja die Hühner ...

 
An dem B.Z.-Artikel ist nur die Zahl der Tempelhof-Besucher pro Jahr von 30 000 interessant.
 
Der Berliner Senat hat immer mit der Mondzahl von angeblichen 1,6 MILLIONEN BESUCHERN pro Jahr Politik gemacht, und damit unterstellt, dass ganz Berlin angeblich auf die Flughafenschließung und auf diesen "Park" gewartet hätte.
 
Wir haben diesen Zahlen immer vehement widersprochen, die nämlich bedeutet hätten, dass an 365 Tagen im Jahr, also im Sommer wie im Winter, täglich zwischen 8 000 u. 16 000 Besucher auf dem geschlossenen Flughafen hätten "flanieren" müssen.
 
Und wie es der Zufall will, hat der designierte Wowereit-Nachfolger Michael Müller, als SPD-Fraktionsvorsitzender und Stadtentwicklungssenator, diese von Anfang an in einer absurden Art und Weise unglaubwürdigen Zahlen vertreten.
 
Da kann man nur gespannt auf die nächsten zahlengestützen Aussagen des Herrn Müller sein - klug und stimmig werden sie wohl nie sein!

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