Jobmaschine BER: Neuer Pressechef gesucht

+++ "Krisen-PR" wird Pressechef Abbou zum Verhängnis +++

Das wird schon ...  


Guten Tag,

die Jobmaschine BER kommt auch in diesen Tagen wieder auf Touren.

Zwar sind die einst versprochenen 40 000 neuen Arbeitsplätze allein im BER bei weitem noch nicht erreicht, aber man strengt sich an. Vorerst wurde wieder einmal Platz in der Presseabteilung geschaffen.

Abbous Vorgänger Ralf Kunkel stolperte 2015 über sein öffentliches Bekenntnis, dass er eine wichtige Mitteilung des BER-Bausteuerers "übersehen" hätte, und wurde anschließend in einer der vielen "Besenkammern" der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) geparkt. Nun musste Abbou überraschend gehen.

"Krisen-PR" wird Pressechef Abbou zum Verhängnis

Daniel Abbou, der erst seit dem 1. Januar 2016 Leiter der Unternehmenskommunikation und damit Pressechef der FBB war, dachte nun wohl, dass er vollkommen losgelöst von politischen Zusammenhängen und vollkommen unbelastet von speziellen Sachkenntnissen über den BER reden könnte. Aus Abbous Sicht sollte damit dann wohl ein Modellfall einer so genannten Krisen-PR realisiert werden, die vermeintlich schonungslos alle Schwachstellen offenlegt.

Mit seinem Interview im Fachblatt prmagazin vom 11.4.2016 legte Abbou im Wesentlichen nun aber eine Schwachstelle offen - und zwar sich selbst. Kurz nach Bekanntwerden des Interviews war dann der neue FBB-Pressechef schon wieder weg – er wurde gestern freigestellt.

Und auch Abbous generelle Aussage "Obwohl der BER der politischste Flughafen Deutschlands ist, ist die Flughafengesellschaft in ihrer Struktur sehr unpolitisch" wurde mit seiner Freistellung umgehend widerlegt, da sich der SPD-Mann Abbou offensichtlich über die politische Gemengelage der Causa BER glaubte hinwegsetzen zu können.

Weiter meinte Abbou seinen Chef folgendermaßen belehren zu können:

• "Mühlenfeld ist Ingenieur, und Ingenieure pflegen eine andere Sprache als Journalisten und Politiker. Für diese Dolmetscherfunktion werden wir Pressesprecher bezahlt. Aber Herr Mühlenfeld ist da absolut lern- und kritikfähig, das ist ein großer Vorteil."

• "Man könne eben nicht alles herumreißen. Dazu hat die alte Flughafencrew zu viel verbockt, dafür sind zu viele Milliarden in den Sand gesetzt worden."

• "Kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt Ihnen feste Garantien für diesen Flughafen."

Das war dann wohl doch entschieden zu viel Offenheit. Oder war es nicht eher unprofessionell so daherzureden und sich damit selbst offenbar maßlos zu überschätzen? Denn Großmäuligkeit - im Guten wie im Schlechten – bringt den BER in keiner Weise voran.  

"Das war der Punkt, an dem ich meinen Kopf auf die Tischplatte geschlagen habe", sagte Abbou zu einem missglückten Mühlenfeld-Brief. Das kann er ja nun nach seinem missglückten Gastspiel bei der Flughafengesellschaft erneut tun.      

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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