Die wollen doch nur spielen - Eltern haften für Ihre Kinder!

Was verbindet den BER mit der Berliner Olympiabewerbung?

 

 

 

Guten Tag,

seit es keine offiziellen BER-Eröffnungstermine mehr gibt, wird die Öffentlichkeit verstärkt mit bunten Meldungen versorgt, die bezeichnenderweise mit der Kernfrage, nämlich wann denn der BER endlich eröffnet werden kann, wenig bis nichts zu tun haben.

So wurde seitens der Flughafengesellschaft schon gerne einmal auf die Fertigstellung von Parkhäusern und Frachtzentren hingewiesen, die jedoch anschließend - ohne ein pulsierendes Herz, sprich ohne einen Flughafen - ihr nutz- aber nicht kostenloses Dasein fristeten. Auch ein sogenannter BER-Probebetrieb, der tatsächlich nur ein kleiner im großen Flughafen gewesen wäre, wurde lautstark angekündigt, um ihn dann kleinlaut wieder einzukassieren.

Und nun wurde also gestreut, dass es Umzugspläne für den Flughafen Tegel zum BER geben würde, da die Flughafengesellschaft entsprechende Aufträge ausgeschrieben hätte. Insgesamt wurde das als Indiz für eine BER-Eröffnung 2016 gewertet. Soweit sind wir also, und damit nicht mehr weit von der Kristallkugel entfernt, die es online schon für unter 20 EUR geben soll.

Im richtigen Leben würde das wohl dem Vorgehen entsprechen, den Umzugswagen zu bestellen, verbunden mit der Ankündigung in einer Toplage von Hamburg, München oder Berlin kurzfristig eine billige 150 qm-Wohnung mieten zu wollen. Da Absichten allein bekanntlich keine Fakten schaffen, müsste der LKW aber umgehend wieder abbestellt werden.

Und Ja, im richtigen Leben würde es so weit erst gar nicht kommen.
 
Das scheint für die Flughafengesellschaft und ihre politisch besetzten Aufsichtsgremien aber offenbar kein Problem zu sein, da Fakten, wie Zeit- und Kostenrahmen, wohl nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Und die Frage nach der Haftung für diese Kulissenschieberei ist sowohl überflüssig, wie auch schnell beantwortet: Haften tut nur die Allgemeinheit und keiner der Beteiligten.

Und auch die Frage der politischen Verantwortung hinsichtlich des BER-Desasters ist in unserer medial bestimmten Welt überraschenderweise bisher kaum gestellt worden, auch wenn sogar den größten Wowereit-Fans inzwischen dämmern mag, dass sie jahrelang wider besseres Wissen hinter die Tanne geführt worden sind.
   
Aber damit nicht genug. Jüngst ging der Berliner Senat, in der Person des Innen- und Sportsenators Frank Henkel (CDU), mit dem Vorhaben einer Berliner Bewerbung für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028 an die Öffentlichkeit. Henkel sprach von Kosten von 1,8 bis 2,2 Mrd. EUR, zuzüglich der Modernisierungskosten für bestehende Sportanlagen.

Damit begab sich Frank Henkel aber ebenfalls in den Clinch mit der Realität, da Olympia in London 2012, und somit auch in einer traditionellen Sportstadt, 11,3 Mrd. EUR gekostet hatte und die Kosten für Rio 2016 auf mindestens 15,4 Mrd. EUR geschätzt werden. Schließlich räumte der nationale Konkurrent für die Austragung der Spiele 2024/2028, Hamburg, immerhin Kosten von ca. 6,5 Mrd. EUR ein.

Also wird auch diese Berliner PR-Nummer einen schnellen Tod sterben, selbstverständlich verbunden mit den üblichen Nebenkosten.

Es ist bedauerlich, dass Berlin mit dem BER-Desaster und aktuell mit der dilettantischen Olympiabewerbung, beständig der Lächerlichkeit preisgegeben wird - und auch dafür haftet einzig und allein die Allgemeinheit.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team

 


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Da wird nun mit der Olympiabewerbung eine neu Kuh durchs Dorf getrieben. Diese Stadt ist einfach nur noch peinlich!

Was müsste man sagen, wenn ein allgemein bekannter Durchschnittspreis um mehr als das Fünffache unterboten werden würde?

Könnte man das als seriös bezeichnen?

Was müsste man sagen, wenn die parlamentarische Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus immer nur gegen den Flughafen agitiert, der gerade gebaut wird, bestehende schließen lässt, aber nie eine konstruktive Alternative anzubieten hat?

Könnte man das als seriös bezeichnen?

Was hätte man sagen müssen, als die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus 2006 für eine Kürzung der Start- und Landebahnen des BBI/BER - aus Kostengründen - eintrat?

Hätte man das als seriös bezeichnen können?

Was musste man sagen, als nach 1996, als der sogenannte Konsensbeschluss kreiert wurde, anschließend die dynamische Entwicklung des Flugverkehrs in Berlin und Brandenburg ignoriert wurde?

Konnte man das als seriös bezeichnen?

Was hätte man sagen müssen, als jüngst einer sogenannten Qualitätszeitung, nämlich dem senatsnahen Berliner Tagesspiegel, auffiel, dass der BER bei seiner Eröffnung zu klein sein werde, obwohl die gleiche Zeitung jahrelang von einem 40 Mio Passagier/Jahr-Airport und einem Jobmotor geschrieben hatte.

Muss man das als seriös bezeichnen?

Nein, das muss man nicht. Und nicht Berlin ist das Problem, sondern seine Politische Klasse, die allzu freundlich von der Hauptstadtpresse begleitet wird, die man geradezu als in die Politik "eingebettet" bezeichnen kann.

Das ist für diesen Senat scheinbar ein Markenzeichen, sich eklatant zu verrechnen, wenn es darum geht bestimmte Dinge zu planen und dann in die lobbyistischen Hände nehmen zu wollen.

Da wird Hamburg stark unterboten, London auch, nur Berlin soll die Olympiade zum "Discountertarif" hinbekommen ?! Es scheint klar auf der Hand zu liegen, dass der freie Markt die soziale Marktwirtschaft abgelöst hat, wenn Politiker ungestraft Steuergelder verschwenden können, ohne auf nennenswerte Widerstände zu stoßen. BürgerInnen werden aus der Innenstadt aus ihren Mietwohnungen herausgeekelt, es werden Wohnungskauf-Sightseeing-Touren durchgeführt usw. Folglich stellt sich dann auch die Frage, ob ein BER "Flughafen", der wahrscheinlich keine Zulassung bekommen wird, als Zugpferd in der Berliner Fliegerei funktionieren kann. In den Newslettern von www.das-thema-tempelhof.de wurde dem BBI-BER schon im Jahr 2008 eine viel zu kleine Kapazität prognostiziert!

Hat Berlin, der Steuerzahler, noch diese Geldreserven, wohl eher nicht.
Für diese große Stadt wäre ein Flughafenkonzept mit mind. 3 Flughäfen das Sinnvollste, mit TEGEL, SCHÖNEFELD und einem neu gewidmeten THF-TEMPELHOF !

Dank Wowereit ist Berlin sooooo toll. Geld spielt keine Rolle. Arm aber sexy. LOL!
Ich finde, die Bayern, Hessen und Baden-Württemberger sollten uns endlich den Geldhahn zudrehen, damit Wowereit sich damit nicht die Wählerstimmen von irgendwelchen Assi-Utopisten kaufen kann.

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