Die ewige Wiederkehr des Gleichen: In TXL sollen nach der Schließung ca. 15 000 Arbeitsplätze entstehen

+++ Tegel Projekt GmbH kopiert Prognosen für Tempelhof +++ Weitere BER-Verzögerungen und weiterer Finanzbedarf möglich +++ BER-Schienenanbindung +++


Ist der Berliner Senat lernfähig oder werden mit der geplanten Schließung des Flughafens Tegel (TXL) die Fehler der Tempelhof-Schließung von 2008 stur wiederholt?  

Guten Tag,

da es zum BER keine positiven Nachrichten gibt, wird senatsseitig erneut die Zukunft Tegels nach der geplanten Flughafenschließung schöngeredet.

Tegel Projekt GmbH kündigt ca. 15 000 Arbeitsplätze an

Die landeseigene Tegel Projekt GmbH, ein Klon der etwas bekannteren Tempelhof Projekt GmbH, hat für die Zeit nach der Schließung des Flughafens Tegel (TXL) die Schaffung von ca. 15 000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Man rechne damit, Anfang 2018 auf das Gelände des dann ehemaligen Flughafens kommen zu können, um dann dort ca. 800 Unternehmen anzusiedeln. Wenig überraschend wurde der High Tech-Sektor als potentieller Nutzer für das Flughafengelände genannt. Um ganz sicher hinsichtlich der Originalität dieser Ausführungen zu sein, warfen wir umgehend unseren Plagiats-Scanner an, der uns dann zahlreiche gleichlautende Meldungen über die "Nachnutzung" von Tempelhof auswarf.

U. a. sagte die damalige Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, laut Welt Online vom 28.4.2008, am Tag nach dem gescheiterten ersten Tempelhof-Volksentscheid:
 
"Ich weise deshalb heute nochmals ausdrücklich darauf hin, dass dieses einmalige Gebäude weiterentwickelt und genutzt wird." Welt Online fährt dann fort: "In der Diskussion um Tempelhof war der Vorwurf laut geworden, der rot-rote Senat habe sich nicht früh genug um die Pläne zur Nachnutzung gekümmert" und verweist dann auf die Ankündigungen der Senatorin, nach denen in Tempelhof ein Park, 5 000 Wohnungen und 10 000 Arbeitsplätze entstehen würden."

Weitere BER-Verzögerung und weiterer Finanzbedarf möglich

Und wie so oft, wenn sich offiziell verkündete und vielfach beschworene BER-Termine beginnen bedrohlich zu nähern, tauchen erste Meldungen auf, die vermuten lassen, dass man sich auch diesen Termin nicht länger merken muss. So verhält es sich jetzt wohl mit der lauthals verkündeten BER-Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017, der allerdings die "bauliche Fertigstellung im März 2016" vorausgehen sollte.

Mitarbeiter der Flughafengesellschaft sollen sich, laut Bild-Zeitung, kritisch über die vermeintlich schon komplett überarbeitete BER-Brandschutzanlage geäußert haben, der mutmaßlich erneut Umbau und Neuplanung drohen würde.

Außerdem wird von einem finanziellen Mehrbedarf von ca. 2,5 Mrd. Euro für den BER geredet, den der Bund schon als genehmigungspflichtigen Zuschuss der EU vorgelegt haben soll, und den die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg, Müller und Woidke, vermeintlich übersehen hätten, obwohl er in den Unterlagen schon niedergelegt gewesen sein soll. Der Vermutungen sind halt viele.

BER-Schienenanbindung

Auch alles andere als eine Petitesse ist der Stand der BER-Schienenanbindung Dresdner Bahn, die aus dem Süden Berlins durch ein dicht bewohntes Gebiet im Bezirksteil Lichtenrade führen, und dem BER über eine viergleisige Schnellbahntrasse ca. 680 Zugverbindungen pro Tag zur Verfügung stellen soll.

Da, seit Mitte der 90ziger Jahre, wechselseitig der Bund oder die Bundesbahn eine ebenerdige Trasse zu Lasten der Anwohner durchsetzen wollten, wurde eine sich anbietende Untertunnelung bis heute nicht realisiert. Neben dem zeitlichen Vorlauf für die Genehmigungsverfahren, wäre für die Tunnellösung eine Bauzeit von bis zu 5 Jahren einzurechnen. Dass die vergangenen Jahre nicht für Planung, Genehmigung und für den Bau des Bahntunnels genutzt worden sind, geht allein zu Lasten der Politik.

Sollte dem berechtigten Anliegen der Anwohner, die durch die Bürgerinitiative Lichtenrade Dresdner-Bahn e.V. - Bahn für Menschen vertreten werden, eine Untertunnelung zu erreichen, allerdings widersprochen und einseitig Fakten geschaffen werden, sind weitere Verzögerungen durch dann vor den Verwaltungsgerichten eingereichte Klagen zu erwarten.

Um wohl von den Versäumnissen der Politik auch in diesem Punkt abzulenken, hat Stadtentwicklungssenator Geisel nicht zum ersten Mal vermeintlich erhebliche Mehrkosten durch die notwendige Untertunnelung der BER-Schnellbahntrasse beklagt, und diese Planungen, die jedoch im Koalitionsvertrag des SPD/CDU-Senats niedergelegt sind, erneut, wie schon bei seinem Amtsantritt, in Zweifel gezogen. Die Not muss wohl schon sehr groß sein, wenn dieser eigentlich schon beigelegte Konflikt nun erneut angefacht wird.  
 
Leider muss man daher nach wie vor sagen, dass beim BER nach vorne nicht viel, nach hinten aber wohl jede Menge zu gehen scheint.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


P. S.

Unsere Informationen hinsichtlich einer möglichen Übernahme der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) - und damit des BER - durch die Tempelhof Projekt GmbH, haben sich bislang nicht bestätigt.

Es bleibt aber dabei, dass sich die Tempelhof Projekt GmbH an der Tegel Projekt GmbH beteiligen und dort ihr "Know how" einbringen wird. Kritische Stimmen sprechen in diesem Zusammenhang von der Verbindung zweier Steuergeldverbrennungsanlagen.


Am Ende des Newsletters - auf www.brennpunkt-ber.de - finden Sie eine einfach zu handhabende Kommentarfunktion.


facebook.com/pages/Brennpunkt-BER
twitter.com/brennpunktber

Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

© Das Thema Tempelhof e.V. 2015. Alle Rechte vorbehalten. Direkte und indirekte Textzitate sind nur mit einer vollständigen Quellenangabe zulässig.
 
Postfach 61 01 33, 10921 Berlin

V. i. S. d. P.: Wolfgang Przewieslik, 0176-223 550 70, 030-231 30 318

wolfgang.przewieslik@brennpunkt-ber.de
www.brennpunkt-ber.de

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.