BER: Zu viel Gerede, zu wenig Rolltreppen

+++ Nach der BER-Baukonferenz im Januar 2016 kommt nun Müllers BER-Krisengipfel im Juni +++

Typisch BER: Zu wenig Rolltreppen, zu viele Gehtreppen - von uns schon 2012 berichtet  


Guten Tag,

als Teil des strukturellen BER-Desasters kann man auch die viel zu wenigen Rolltreppen und Laufbänder benennen. Aber immer dringender stellt sich die Frage, wie lange noch die etablierte Politik ihr Versagen durch immer mehr Gerede überdecken wird.

Nach der BER-Baukonferenz im Januar 2016 kommt nun Müllers BER-Krisengipfel im Juni

Und so schnell verbrauchen sich die vollmundigen Ankündigungen des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzenden der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Michael Müller, der sich noch am 12.01.2016 bei der BER-Baukonferenz optimistisch gegeben hatte. "In der Zusammenarbeit hat es einen deutlichen Schritt nach vorne gegeben" und "Der Terminplan ist in der Umsetzung möglich", lauteten noch vor wenigen Monaten die Parolen – zu einer Zeit, als alle Fachleute das Jahr 2017 schon lange abgehakt hatten.

Schlecht für die Kopffreiheit: Nachträglich eingebaute Laufbänder, die auf Sockeln stehen
 
Nun wird, noch vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18.9.2016, der ungeordnete Rückzug angetreten und ein BER-Krisengipfel angekündigt, obwohl es doch eigentlich laut Michael Müller nie eine BER-Krise gegeben hat. Angekündigt wurde dieser Rückzug auf Raten nun von Müllers Flughafenkoordinator Engelbert Lütke Daldrup, in einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 9.6.2016. Lütke Daldrup, selbstverständlich kein Flughafenfachmann, durfte außerdem folgendes daherplaudern:

"Ich hätte nicht erwartet, dass die Genehmigung des entscheidenden fünften Nachtrags zur BER-Baugenehmigung so schwierig sein würde ... Normalerweise versuchen Behörden, gemeinsam mit dem Antragsteller eine Lösung zu finden, das fällt hier offenbar schwer. Das Maß an Perfektion, das hier eingefordert wird, ist schon sehr hoch."

"Irgendwann ist immer alles vorbei. Ich habe mal ein Museum gebaut, in Leipzig, mit dem ich auch Pech hatte. Drei Fassadenfirmen gingen nacheinander pleite. Zweimal musste ich dem Stadtrat erklären, dass das Museum später fertig und teurer wird. Irgendwann kommen alle Projekte zu einem guten Ende. Auch der BER wird fertig werden!"

Ja, irgendwann ist alles einmal vorbei, aber wohl mit Ausnahme des unverantwortlichen Geredes der für das BER-Desaster Verantwortlichen - oder will uns Lütke Daldrup nur darauf vorbereiten, dass der BER demnächst in ein Museum umgewandelt werden wird?

Wir gratulieren dem früheren Flughafendirektor Hans-Henning Romberg zum heutigen 75. Geburtstag. Romberg trat seinerzeit für den Standort Sperenberg ein. Aber er konnte sich gegen die Politik nicht durchsetzen.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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