BER-Wowereit will Ende 2014 zurücktreten!

Seit seinem Amtsantritt 2001, bei dem er einen sogenannten Mentalitäts-Wechsel anmahnte, praktizierte Klaus Wowereit das leicht abgewandelte Olympia-Motto "Sitzenbleiben ist alles"!

 

 

Guten Tag,

heute ist ein guter Tag für Berlin und wir können, unabhängig davon was zukünftig passieren wird, Stadt und Land zu dieser Meldung nur gratulieren:

Der seit 2001 amtierende Regierende Bürgermeister hat angekündigt, dass er Ende 2014 zurücktreten wird. Wir hoffen, dass wir ihn beim Wort nehmen können, und er es dann auch wirklich tut.

Überflüssig zu erwähnen, dass Klaus Wowereit, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Flughafengesellschaft ist und sich auch in dieser Funktion mit der Dauerbaustelle BBI/BER ein Denkmal gesetzt hat.

Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise berichteten uns immer wieder, dass Klaus Wowereit ein sehr aktiver Aufsichtsratsvorsitzender gewesen ist, der sich zu jeder Zeit sehr für das operative Geschäft der zu 100 Prozent in öffentlichem Besitz befindlichen Flughafengesellschaft interessiert habe. Dabei sind leider Kleinigkeit wie Kontrollrechte und -pflichten entschieden zu kurz gekommen.

Wir haben immer wieder, seit 2007, auf die entsprechenden Unstimmigkeiten hingewiesen, und müssen kein einziges Wort davon bedauern oder zurücknehmen. Im Gegenteil, selbst unsere eigenen Einschätzungen sind ein ums andere Mal im Negativen in geradezu unfassbarer Weise übertroffen worden.

Zwei Aussagen bzw. Haltungen werden von Klaus Wowereit, wenn er denn endlich gegangen sein sollte, in Erinnerung bleiben:

Klaus Wowereit erklärte am 24.4.08, drei Tage vor dem ersten Tempelhof-Volksentscheid, im Berliner Abgeordnetenhaus: "Wenn Tempelhof offen bleibt, kommt sofort ein Baustopp für BBI."

Das war eine Aussage, die man mit Fug und Recht schon damals als unwahr bezeichnen durfte, da der damalige BBI komplett durch genehmigt war - und der Baustopp des späteren BER vollkommen autonom herbeigeführt wurde.

Und stellvertretend für viele ähnliche Äußerungen, die erfolgten, als das Kartenhaus BBI/BER schon längst vor aller Augen zusammenbrach, sei hier an eine Äußerung gegenüber der FAZ am 16.1.13 erinnert:

"Die drei Gesellschafter (der Flughafengesellschaft FBB), auch der Bund, haben alle Entscheidungen gemeinschaftlich getroffen, obwohl in den vergangenen Monaten oftmals versucht wurde, einen anderen Eindruck zu erwecken."

Das muss nun tatsächlich nicht mehr kommentiert werden.

Nein, wir sagen nicht "Danke" und wir werfen Klaus Wowereit auch keine Steine hinterher, da die Tatsachen zu jedem Zeitpunkt eine deutliche Sprache gesprochen haben - auch wenn ein Großteil der Presse erst Mitte 2012 das zur Kenntnis nehmen wollte.

Und einen Mentalitätswechsel hat Klaus Wowereit nun zu allerletzt verkörpert, weder 2001 noch in späteren Jahren, da mit ihm die alte sozialdemokratische Untugend wiederauflebte, sich eine Stadt zur Beute zu machen. Anders war jedenfalls seine Aussage vor dem ersten Tempelhof-Volksentscheid 2008 nicht zu verstehen, dass unabhängig vom seinem Ergebnis die Schließung des Flughafens Tempelhof feststehen würde!

Nein, wir sagen nicht "Danke" für diese 13 Jahre - es waren 13 Jahre zu viel!

Und, um mal ein wenig politisch zu werden, sagen wir es mit den Worten Olli Kahns: Wenn Frank Henkel Eier hätte, würde er diese Koalition sofort auflösen und Neuwahlen herbeiführen.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


P. S.

Der damalige Flughafenchef Dr. Rainer Schwarz bezeichnete am 24.02.12 im RBB-Inforadio den BER als "Flughafen des 21. Jahrhunderts."

Inzwischen heißt der Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) und damit Chef des BER Hartmut Mehdorn - und das 21. Jahrhundert ist gerade einmal 14 Jahre alt.


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Die Ankündigung des Wowereit-Rücktritts lässt einen nicht gerade in Verzweiflung verfallen, aber der Zug der Lemminge in Berlin und Brandenburg wird in Sachen BER zielsicher weiter auf den Abgrund zusteuern. Es muss halt erst schlimmer werden, damit es besser werden kann!

Die Verfasser der Tempelhof und BER-Newsletter hatten recht gehabt. Leider war er viel zu lange an der Macht gewesen und konnte Unheil anrichten. Und was wird aus dem BER? Sie werden trotzdem versuchen, dass Ding zu laufen zu bringen, auf Teufel komm raus. Jedenfalls ist das heute ein guter Tag für Berlin.

Danke für die vielen tollen Newsletter der letzten Jahre. Es war richtig, an dem Thema dran zu bleiben.

Ich wusste schon, warum ich die ständigen Forderungen nach einem Rücktritt Wowereits nicht unterstützt habe. Es hätte nichts gebracht, wenn der Regierende als immer noch respektierter Politiker abgetreten wäre. Er sollte noch so lange im Amt bleiben, bis auch sein letzter Rest an Geltung und Popularität aufgebraucht war. Dieser Zeitpunkt ist nun erreicht - jetzt darf er gehen. Wir erlauben es ihm.

Trotz seines angekündigten Rücktritts als Regierender Bürgermeister bleibt Wowereit immer noch Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft. Ein Nachfolger muss erst durch den Aufsichtsrat auf einer der kommenden Sitzungen gewählt werden, d.h. Wowereit wird bis auf weiteres Mitglied oder Leiter dieses Gremiums sein, auch wenn seine Amtszeit als Bürgermeister schon vorbei ist. So schnell wird er das Thema also nicht los.

Ja, es waren 13 Jahre zu viel. Mein Gott, was hat der Mann für ein Schaden angerichtet.

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