BER wieder einmal ohne Brandschutz

+++ Brandschutzfirma Imtech meldet Insolvenz an +++ BER-Taxiway Charlie von Hallen blockiert +++ ICC als BER-Terminal, TXL weiter offen? +++

Alles unter Dach und Fach? Nein, erneute Probleme mit dem Brandschutz!

Guten Tag,

selbst im Berliner Sommerloch kommt der BER weder zur Ruhe noch voran, und das angesichts des erklärten Ziels, den BER bis zum März 2016 baulich fertig zu haben.  

Brandschutzfirma Imtech meldet Insolvenz an

Wie nun gemeldet wurde, hat die deutsche Tochtergesellschaft des niederländischen Gebäudeausstatters Royal Imtech, die als Brandschutzspezialist ein Hauptauftragnehmer des BER war, vollkommen überraschend Insolvenz angemeldet.

Da seit Mitte Februar 2015 aufgrund von Korruptionsvorwürfen staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Imtech im Gange sind, halten es Insider auch nicht für ausgeschlossen, dass es sich bei der nun erklärten Insolvenz um eine taktische Maßnahme handeln könnte, die geeignet wäre, nach einer möglichen Verurteilung etwaigen Strafzahlungen die Basis zu entziehen. In welcher Form und in welcher Frist Ersatz für den Dienstleister Imtech geschaffen werden kann, ist im Moment noch vollkommen offen. Folglich kann nicht ausgeschlossen werden – ja es ist wahrscheinlich – , dass der März-Termin kippt und damit das berühmte Eröffnungs-"Terminband" davongeweht werden wird.

BER-Taxiway Charlie von Hallen blockiert  

In den letzten Wochen wurde zudem bekannt, dass die an einem bisher nicht fertiggebauten Teil eines Rollwegs im Nordbereich, dem Taxiway "C" wie "Charlie", stehenden Wartungshallen von Lufthansa Bombardier umziehen müssen, da der Rollweg nun doch, entgegen ehemals geplanter Einsparmaßnahmen, fertiggebaut werden wird, und den betroffenen Wartungshallen dann ihre Zufahrten und Vorfeldflächen verloren gehen. Das so entstandene Kostenvolumen dieser teuren "Sparmaßnahme" liegt bei ca. 30 Mio. Euro.

Was bislang gar nicht öffentlich wurde: Auch zwei Hallen der General Aviation müssen dem Taxiway weichen, und Alternativen sind nicht bekannt. So schädigt man einen Luftfahrtstandort und die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, sprich das ganze Land. 

Wenn Sie gerne mitplanen wollen, klicken Sie bitte hier.


ICC als Terminal, TXL weiter offen?

Wenn man in der letzten Zeit den Tagesspiegel zur Hand nahm und Artikel zum Berliner Flughafensystem las, musste man sich fast jedes Mal die Augen heftig reiben: In diesem Blatt, das sich in der Vergangenheit nie zu schade war, auch noch die abstrusesten Aussagen des Berliner Senats und der Flughafengesellschaft zum BBI/BER 1:1 seinen Lesern zu präsentieren, schien auf einmal die Vernunft Einzug gehalten zu haben.   

Der ehemalige Tagesspiegel-Chefredakteur und weiterhin für die Zeitung tätige Autor Gerd Appenzeller hatte aber wohl nur den Finger in den Wind gehalten, um dann vollkommen folgenlos ein paar "Steine ins Wasser zu werfen".

Selbst Herrn Appenzeller war es wohl inzwischen aufgefallen, dass es im BER-Terminal, wie von uns schon seit Jahren regelmäßig thematisiert, eng werden würde und es u. a. an Check-In-Kapazitäten fehlen wird.

Daher wurde Anfang Juli ein "Gisbert-Dreyer-Plan" vorgestellt, das brachliegende Berliner ICC als BER-Terminal zu nutzen, samt Schnellbahnanschluss und Errichtung eines 24-Stunden-Airport in Sperenberg. Angesichts der üblichen Tagesspiegel-Linie konnte man über so viel Vernunft nur verblüfft sein. Und seinen trotz alledem etwas diffusen Artikel zur Offenhaltung von TXL vom 24.7.2015 beschloss Appenzeller mit dem Satz: "Darauf, dass am Ende erst ein neues Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Klarheit schafft, kann man jetzt schon wetten."   
 
Die Wettleidenschaft des Herrn Appenzeller hat übrigens Tradition, denn am 6.4.2013 bot er seinen Lesern folgendes an: "Leute, Leute, wenn eines Tages der BER funktioniert, werden wir unseren Gästen stolz den tollen neuen Flughafen zeigen, als hätten wir ihn alle selbst gebaut. Wetten, dass?"

Nun sollte Herr Appenzeller auch hier Farbe bekennen, und fordern, den Flughafen mindestens für die Regierung und die Geschäftsreiseluftfahrt offen zu halten. Er sollte es auch hier nicht bei Wettangeboten belassen, sondern kontinuierlich darauf hinarbeiten, dass dieses Ziel im Interesse Berlins und des Bundes erreicht wird.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team



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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Bei dem längst in die Sebastian Leber-Liga abgestiegenen Gerd Appenzeller darf man nicht mehr alles so ernst nehmen, was er schreibt. Der einst mächtige Tagesspiegel-Herausgeber kann froh sein, wenn es sich überhaupt noch in der Rubrik "Vermischtes" ab und zu äußern darf. Und da Qualität beim Tagesspiegel ohnehin keine Rolle spielt, braucht er sich mit seinen Vorhersagen auch keine Mühe geben.

Es fällt schon auf, wie bereitwillig die Flughafen-Manager die Steilvorlage aufgreifen, und eilfertig eine weitere Terminverschiebung des Projekts einräumen. So schnell kann man gar nicht schreiben, wie die umkippen. Wahrscheinlich wäre der Termin auch so nicht zu halten gewesen, aber mit Imtech hat man jetzt endlich einen Sündenbock gefunden, auf den man das erneute Scheitern der Projektplanung bequem abwälzen kann. Jetzt werden sich viele der sonstigen Krisenkandidaten einfach hinter Imtech verstecken, und die Zeit weiter aussitzen.

Von einer Krise zur nächsten, das gilt auch für den zögerlichen und schwankenden Berliner Bürgermeister Michael Müller. Der dachte wohl, er könne sich bequem in Deckung halten, bis das Projekt endlich in trockenen Tüchern ist, und kann dann er als erfolgreicher Spitzenmann quasi auf den letzten Metern die Leitung übernehmen. Wie es aussieht, hat sich Müller etwas zu früh zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wählen lassen. Jetzt muss er doch tatsächlich ernsthafte Entscheidungen treffen. Das Leben kann auch ungerecht sein.

Aber keine Angst, die BER-Posse wird weitergehen. Spätestens die Griechenland-Dauerrettung mit dem Geld fremder Leute hat deutlich gezeigt, wie wenig politisches Handeln noch mit Logik und Vernunft zu tun hat. So wird man auch in Schönefeld weiter Milliarden versenken, man wird weiter Pläne machen, die man später in die Tonne schmeißt, und einige Leute werden dabei weiter gut verdienen. Wenn die politische Ideologie Amok läuft, dann kann man nur noch Warnschilder aufstellen "Achtung, Politiker und Medien unterwegs - Eltern haften für ihre Kinder".

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