BER unlimited

+++ Rote Zahlen vor und nach der Eröffnung: Kostenrahmen um 1,1 Mrd. Euro aufgestockt, es drohen jährliche Betriebsverluste von ca. 150 Mio. Euro +++

 

... pro Jahr nach der Eröffnung ab 2017/2018/2019/2020 ff., falls der BER ohne vorliegende Baudokumentation überhaupt fertig gestellt werden kann

 

 


Guten Tag,
 

nein, die Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft am 2.6.14, in der sich Hartmut Mehdorn und Klaus Wowereit gegenseitig nach Kräften stützten, ergab erwartungsgemäß nichts Neues. Man habe nichts falsch gemacht und die Korruptionsvorwürfe würden schonungslos aufgeklärt.

Der aktive BER könnte mindestens 150 Mio. Euro Verlust pro Jahr machen ...

Aufsichtsrat und Geschäftsführer der Flughafengesellschaft wissen vermeintlich nichts von zu erwartenden, horrenden Betriebsverlusten des vermeintlich modernsten und effizientesten Flughafens Europas - die wohlgemerkt nach der Fertigstellung, und unbeschadet des einen oder anderen Milliarden-Euro-Nachschlags für den Flughafenbau, fällig werden könnten.

Laut eines von der Landtagsfraktion der brandenburgischen Grünen in Auftrag gegebenen Gutachtens ergeben sich ab der Fertigstellung für den BER mutmaßliche Betriebsverluste von ca. 150 Mio. Euro pro Jahr - aber nur wenn die Flughafengebühren und die Erlöse aus dem Non-Aviation-Bereich (Shops etc.) um mindestens 50% wachsen würden.

Die Annahme eines gesteigerten Gebührenaufkommens muss man mit großer Zurückhaltung betrachten, da die Airlines, die von Tegel zum BER umziehen sollen, geplanten Gebührenerhöhungen schon seit geraumer Zeit widersprechen. Und die Beibehaltung oder gar der Ausbau vermeintlicher Sonderkonditionen des Low-Cost-Carriers EasyJet in Schönefeld werden diese Situation wohl kaum entspannen.

Dem Gutachten liegt zudem ein Kostenrahmen für den BER von 4,7 Mrd. Euro zugrunde, der aktuell schon um 1,1 Mrd. Euro auf 5,8 Mrd. aufgestockt werden soll, wobei weitere Milliarden-Nachschläge nicht ausgeschlossen sind.

Da aber öffentliche Haushaltsmittel bei dem politischen Projekt BER wohl keine Rolle spielen, ist ein Ende der Kostensteigerungen und der zu erwartenden Betriebsverluste nicht in Sicht - auch davor haben wir seit 2007 gewarnt. Bei alledem gerät der Eröffnungstermin des BER jedenfalls immer mehr zur Nebensache. Der einst als Vorzeigeprojekt und Wirtschaftsmotor gepriesene BER hat sich endgültig zum Fass ohne Boden entwickelt.

Auch wenn man das Gutachten aufgrund seiner Auftraggeber unterschiedlich beurteilen mag, stellt sich erneut die Frage, ob dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit, der nicht nur Kontrollrechte sondern selbstverständlich auch Kontrollpflichten besitzt, Fehlentwicklungen bislang völlig entgangen sind.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team

 



Twitter: @BrennpunktBER
 

 



Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Es ist einfach unglaublich wieviel Geld hier für den Flughafen BER verpulvert wird. Nun wird in den Medien sogar berichtet, das man wohl schon eine Bad-Bank für die FBB plant. Die Milliarden Schulden des BER werden dann in die Bad-Bank verbucht und vom Steuerzahler übernommen und die neue FBB-Betriebsgesellschaft macht dann mit dem BER schuldenfrei weiter. Wird es so kommen? Vermutlich wird der BER wegen der fehlenden Baudokumentation nie öffnen.

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