BER-Terminal: Von allen Planern verlassen?

Das europaweite Ausschreibungsverfahren für die Generalplanung des BER-Terminals wurde abgebrochen.

 

 

Guten Tag,

wie am 31.07.14 bekannt wurde, hat die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) das europaweite Ausschreibungsverfahren für die Generalplanung des BER-Terminals abgebrochen. Grund dafür war, dass sich für den Planungsauftrag im Wert von 32,6 Millionen Euro kein Anbieter fand, der garantieren wollte, dieses Kostenvolumen einzuhalten.


Ausgeschrieben wurde der Auftrag noch im April 2014 unter dem, inzwischen wegen Korruptionsverdachts entlassenen technischen Geschäftsführers Jochen Grossmann. Das gesamte Auftragsvolumen soll nun in mehrere Teilaufträge aufgespalten werden, die dann umgehend regional vergeben werden sollen. Flughafensprecher Ralf Kunkel schloss daher eine weitere Verzögerung der Fertigstellung des BER aus.

Es ist aber fraglich, ob die Vergabe von zahlreichen Teilaufträgen tatsächlich ohne Zeitverlust realisiert werden kann, und ob eine wirksame Koordination gewährleistet werden könnte. Große Zweifel sind hier angebracht.

Zum wiederholten Male zeigt es sich, dass die fristlose Kündigung des Generalplaners PG BBI im Mai 2012 durch den damaligen Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Dr. Rainer Schwarz, offensichtlich ein schwerer Fehler war, der immer weitere Kreise zieht.

Unterdessen entwickelt sich die immer noch andauernde rechtliche Aufarbeitung der Mitte 2013 erfolgten fristlosen Kündigung von Dr. Schwarz zu einer weiteren kostenträchtigen Farce für die Flughafengesellschaft und für ihre öffentlichen Anteilseigner.

Um eine Kündigungsschutzklage und entsprechende Gehaltsnachforderungen in Höhe von 1,6 Mio. Euro abzuwehren, hat die Flughafengesellschaft, laut B.Z. vom 30.7.14, bisher rund 3 (!) Mio. Euro (zahlreiche Gutachten, hohe Anwaltskosten etc.) aufgewandt. Experten rechnen aber nicht damit, dass selbst bei einem juristischen Erfolg die Flughafengesellschaft (FBB) diese Aufwendungen ersetzt bekommt. Von Verhältnismäßigkeit kann hier wohl kaum die Rede sein.

Und delikaterweise begründet die FBB die angefochtene fristlose Kündigung mit erheblichen Pflichtverletzungen ihres Ex-Geschäftsführers. Eine entsprechende Pflichtverletzung des gesamten Unternehmens gegenüber seinen Geschäftspartnern wird jedoch im Rahmen von gegen die FBB gerichteten Schadensersatzklagen von der Beklagten regelmäßig verneint.   

In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf die Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Jutta Matuschek (LINKE) vom 3.7.14, "Warum verzögert sich die Fertigstellung des Pier Nord am BER?", an den Berliner Senat hinweisen.

Wir erinnern uns, am 3.6.2012 sollte der gesamte Flughafen in Betrieb gehen. Das tat er nicht.

Dann sollte in diesem Herbst wenigstens der Pier Nord eine Art Notlaufprogramm ermöglichen. Und nun lesen wir in der Antwort auf die Anfrage, dass die Sachverständigen noch folgendes prüfen:

Brandmeldeanlage (BMA), Elektroakustische Notwarnsysteme (EANWS), Maschinelle Entrauchung (MRA), Entrauchungssteuerung (Entrauchungsmatrix - ERM), Spülbelüftungsanlagen (SPL), Natürliche Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Aufzugsschächte, Sicherheitsstromversorgung (SV), selbstständige Feuerlöschanlagen (Sprinkler/Sprühwasser/Schaum), nichtselbstständige Feuerlöschanlagen (Steigleitung Nass mit Entnahmestelle Feuerwehr).

Und man liest mit Staunen, dass folgende Anlagen verbessert werden müssen:

Lüftungsanlagen (RLT), Entrauchungsmatrix (ERM), Sicherheitsbeleuchtung (SiBel), Feuerwehraufzüge und Aufzüge, Elektroakustische Notwarnsysteme (EANWS), Brandmeldeanlage (BMA). Nichtselbstständige Feuerlöschanlagen (Steigleitung Nass mit Entnahmestelle Feuerwehr).

Und nun stellen wir uns vor, der Flughafen wäre vor 2 Jahren oder teilweise jetzt im Herbst in Betrieb gegangen ...

Da bleibt einem doch die Spucke weg, wie der Berliner sagt.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team

 

 


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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