BER-Schienenanbindung mit der Brechstange

+++ Deutsche Bahn AG will ebenerdige BER-Schienenanbindung erzwingen +++ Bürgerinitiative "Lichtenrade Dresdner-Bahn" kündigt Klage an +++

Nach dem Willen der Deutschen Bahn AG und der Politik sollen hier zukünftig - auf vier ebenerdigen Gleisen - ca. 620 Schnellzüge pro Tag zum BER fahren. Und die DB AG bezeichnet das als  Ausbau (!) und nicht als Strecken-Neubau, der einem umfangreicheren Genehmigungsverfahren unterliegen würde.   


Guten Tag,

es scheint offenbar nicht auszureichen, dass der BER an sich schon ein seit Jahren kriselndes Projekt ist.

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat nun, mit seinem Planfeststellungsbeschluss vom 13.11.2015 und mit der mutmaßlichen Unterstützung der Politik, die ebenerdige Trassenführung der zentralen BER-Schienenanbindung, der Dresdner Bahn, genehmigt und damit einen weiteren Konflikt rund um den BER provoziert.

Deutsche Bahn AG will ebenerdige BER-Schienenanbindung erzwingen

Seit 1997 versucht die Deutsche Bahn AG, vertreten durch ihr Eisenbahn-Bundesamt (EBA), in enger Kooperation mit der Politik eine ebenerdige Trassenführung der Dresdner Bahn durchzusetzen, womit sie von Anfang an auf den massiven Widerstand der Bevölkerung in Berlin-Lichtenrade gestoßen ist.

Es gab zwischenzeitlich zwar immer wieder einmal Zeichen der Entspannung - von Dauer waren diese Lockerungsübungen aber leider nie. So war in der Koalitionsvereinbarung der Berliner Landesparteien von SPD und CDU 2011 zu lesen: "Das Land Berlin setzt sich beim Bund für eine Tunnelführung der Dresdner Bahn im Bereich Lichtenrade ein."

2014 äußerte dann sogar der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, seine Sympathie für die von der Bevölkerung geforderte Untertunnelung der Bahntrasse. Diese Harmonie hielt aber nicht lange an, denn im Januar 2015 verkündete der frisch ins Amt gekommene Berliner Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, wohl auf Geheiß seines Amtsvorgängers, des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller, dass eine Tunnellösung vermeintlich zu teuer und zu zeitaufwendig wäre und man daher ebenerdig bauen müsste.

Bürgerinitiative "Lichtenrade Dresdner-Bahn" kündigt Klage an

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative "Lichtenrade Dresdner-Bahn e.V. - Bahn für Menschen", Manfred Beck, erklärte nun am 18.11.2015 gegenüber dem Brennpunkt BER:

"Wir haben immer auf die Vernunft der Politik und auf die Überzeugungskraft der Fakten gesetzt, und sehen uns nun schwer getäuscht, nachdem die oberirdische Trassenführung der zukünftigen Dresdner Bahn zum BER genehmigt wurde. Hiermit wird abrupt ein nun schon seit 18 Jahren andauerndes und inzwischen inhaltlich überholtes Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, in dessen Rahmen im Jahr 2006 die letzte Bürgerbeteiligung stattfand. Ohne Sinn und Verstand soll eine ebenerdige, viergleisige Bahntrasse für ca. 620 Schnellbahnzüge pro Tag durch ein dichtbebautes Wohngebiet geklotzt werden, durch das jetzt eine eingleisige S-Bahntrasse führt.

Ohne Rücksicht auf Verluste soll hier eine veraltete Planung durchgesetzt werden, obwohl die von uns vorgeschlagene Tunnellösung - die schon seit vielen Jahren hätte realisiert sein können - nachweislich nur Vorteile bietet.

Es wird nun zu einem jahrelangen Prozess und damit zu einer weiteren Verzögerung der BER-Schienenanbindung, sowie zu einem weiteren Anwachsen der Politikverdrossenheit kommen. Lichtenrade wird sich jedenfalls gegen diese unsinnige Planung zur Wehr setzen. Unseren Anwalt haben wir heute beauftragt ein Klageverfahren anzustrengen."

Die Brechstangen-Methode wird auch in puncto BER-Schienenanbindung nur eins bringen, nämlich weitere Verzögerungen und weitere Kostensteigerungen.

Der BER-Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld verkündete unterdessen erneut Wasserstandsmeldungen, die eigentlich niemanden mehr interessieren und die besagen, dass der BER-Terminal vermeintlich zu 53% fertiggestellt sei, was selbstverständlich die spöttische Frage provoziert, ob das BER-Glas damit dann halbvoll oder halbleer wäre.

Jedenfalls soll im BER ab sofort an sechs Tagen in der Woche gearbeitet werden. Und wenn alles gut geht, wird der BER auch noch eines schönen Tages fertig werden. Allerdings sollte man sich nicht auf ein bestimmtes Jahr kaprizieren.      
 
Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team




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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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