BER-Panik: Das Leipzig-Gespenst geht um

+++ Ungeheuerlich: Leipzig wird großgeredet, um Tegel schließen zu können +++ Bizarre Einfälle +++

BER-Terminal oder BER-Mausoleum?  


Guten Tag,

von Francisco de Goya stammt die Aquatinta Radierung "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" aus der Sammlung "Los Caprichos (deutsch: Launen, Einfälle)" von 1799. Im Jahr 2016 schläft die Vernunft erneut und gebiert Ungeheuer, unglaubliche Launen und bizarre Einfälle, um das Versagen der hiesigen Flughafenpolitik vergessen zu machen.

Ungeheuerlich: Leipzig wird großgeredet, um Tegel schließen zu können

Mit der zwangläufigen Absage der BER-Eröffnung 2017 nach den Berliner Wahlen und einer weiterhin ungewissen Flughafeneröffnung 2018 demonstrieren die öffentlichen Eigentümer der Flughafengesellschaft erneut ihre Unfähigkeit, der Region ein zukunftsfähiges Flughafensystem zu geben und Steuergelder sinnvoll einzusetzen. Nun ist das BER-Gebäude so unterdimensioniert, dass man zu mehreren Provisorien für die Abfertigung greift und weitere Provisorien benötigt.

Das Gebot der Stunde kann daher nur lauten, Tegel offen zu halten und gleichzeitig einen weiteren leistungsfähigen Ergänzungsflughafen zu planen, um die Region Berlin Brandenburg nicht dauerhaft zu schädigen und vom Luftverkehrsnetz abzuhängen.

Die jüngst vom sächsischen Ministerpräsidenten Tillich erneut ins Spiel gebrachte Ergänzungsalternative Leipzig ist keine, da die dortige Flughafenkapazität keinesfalls ausreichen wird, um die Berliner Defizite auszugleichen.

Oder soll die aktuelle Leipzig-Kampagne nur dazu dienen, Tegel mit der vorgeschobenen Begründung schließen zu können, dass nun alle Kapazitätsengpässe abgedeckt seien, um sich Jahre später überrascht zu geben, weil dann doch alles anders gekommen ist?

An der Tegel-Schließung festzuhalten und Leipzig groß zu reden, zeugt endgültig davon, dass sich die etablierte Politik in Sachen Berliner Flughafensystem auf der Flucht vor der Realität befindet. 

Bizarre Einfälle

Angesichts der großen Not im aktuellen und zukünftigen Berliner Flughafensystem scheint nun ein spezieller Erfindergeist Hochkonjunktur zu haben und einen bizarren Einfall nach dem anderen zu produzieren. Dazu gehört auch das Schönrechnen von Fahrzeiten und Kapazitäten (siehe auch: "Fleisch ist mein Gemüse", brennpunkt-ber.de vom 17.2.2015).

Wie lange braucht man von Berlin-Hbf. aus zum Flughafen Leipzig? Die Leipzig-Befürworter, inklusive Dobrindt und Tillich, geben maximal 55 Minuten an. Was sagen die Fahrpläne der DB AG: Heute wird der Flughafen Leipzig mit dem direkten ICE alle Stunde mit Umsteigen in Leipzig Hbf. in ca. 1:45 Stunden erreicht.

Wie groß ist die Passagierkapazität von Leipzig und wie groß sollte sie sein, um Berlin helfen zu können? Der Flughafen könnte durch Ausbau eine max. Kapazität ca. 5 Mio. Passagiere pro Jahr erreichen. Aktuell verfügt Leipzig aber nur über eine Kapazität 2 Mio. Passagieren pro Jahr. Ein Gesamtvolumen, das für große Airlines, den BER und das Berliner Flughafensystem vollkommen uninteressant ist, da bis 2030 der Region Berlin Brandenburg eine Kapazität von ca. 33 Mio. Passagieren pro Jahr fehlen wird. Fazit: Der Regionalflughafen Leipzig wird an dieser Unterdeckung nichts ändern können.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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