BER: Nur noch ein Gegenstand von Spekulationen

+++ Kein Flughafen +++ Keine Baudokumentation +++ "Keine durchgängige Systemarchitektur" +++

Kein Flughafen


Guten Tag,

wir haben uns in den letzten Tagen immer wieder die Augen reiben müssen, als wir lasen, dass nun das endgültige Aus für den BER feststehen würde, denn endgültig ist beim BER nun beileibe nichts, da die 2006 (!) begonnene Baugeschichte immer weiter geht und wohl politisch getrieben immer weiter gehen wird.

Kein Flughafen

Auffallen tut, dass der BER immer noch nicht betriebsbereit ist, obwohl der öffentlichkeitswirksame erste Spatenstich 2006 durch diverse Amtsinhaber erfolgte, die heute alle nicht mehr im Amt sind, die aber sehr wohl Amtsnachfolger gefunden haben, die wiederum ihren Job hätten machen können und müssen.

Keine Baudokumentation

Der Baubeginn 2006, nun also bereits 10 Jahre her, in denen man in China fünf Flughäfen bauen kann, provoziert nun ein ganz großes "Warum" hinsichtlich des immer noch fehlenden funktionsfähigen Flughafens.

Eine mögliche Antwort ist, dass die Öffentliche Hand 2003 meinte, die schon 1992 geplante Privatisierung der Flughafengesellschaft und damit die des BBI/BER absagen zu können, weil man das doch alles selber schneller und billiger machen könne. Verantwortlich für die entsprechenden Aussagen waren u.a. die Herren Wowereit und Platzeck, die selbstverständlich weder im juristischen noch im politischen Sinne auch nur irgendeine Verantwortung oder gar Schuld an der nun seit Jahren zu besichtigenden Malaise tragen wollen.

Vielleicht war es schlicht und einfach auch das Fehlen einer industriellen Projektleitung, die von der Öffentlichen Hand noch nicht einmal simuliert werden konnte. Dies hat zu dem absurden Sachverhalt geführt, dass im Unterschied zur persönlich bekannten Eckkneipe ein Milliarden-Euro-Projekt wie der BBI/BER ohne eine vollständige Baudokumentation begonnen und weitergeführt werden konnte. Im Klartext: Niemand weiß genau, was gebaut wurde, und wohl jeder Beteiligte konnte bauen, was ihm gerade so in den Sinn kam. Das behaupten jedenfalls ernstzunehmende Zeitgenossen.

"Keine durchgängige Systemarchitektur"

Daher haben wir die Aufregung auch nicht ganz verstanden, als der Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa gegenüber der BILD mal richtig lospolterte und öffentlichkeitswirksam verkündete, dass der BER nie ans Netz gehen werde, weil es "keine durchgängige Systemarchitektur" gäbe und die Brandschutzanlage sozusagen reformresistent wäre. Unsere Gegenfrage an Herrn Faulenbach da Costa wäre, wie man das auch nur ansatzweise hätte annehmen können, da der Konstrukteur der ersten BER-Brandschutzanlage, wie von der Flughafengesellschaft inzwischen eingeräumt, für dieses Vorhaben unzureichend qualifiziert war und es, siehe oben, auch insgesamt ein permanentes Nebeneinander gegeben hat.

Den Systemfehler sehen wir hingegen nicht allein in der chronisch maladen BER-Brandschutzanlage, sondern in der weiter anhaltenden politischen Kontamination, sprich Vergiftung, des BBI/BER.

Und wir müssen Faulenbach da Costa vehement widersprechen, wenn er das nahe Ende des BER-Projekts an die Wand malt. Nein, es wird immer so weiter gehen. Wie drückte es doch der Regierende Bürgermeister von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Michael Müller, im Januar 2016 nach der sogenannten BER-Baukonferenz aus: "In der Zusammenarbeit hat es einen deutlichen Schritt nach vorne gegeben."

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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