BER-Herbst

+++ Schönefeld heute +++ BER heute +++

Weiterhin benötigt, aber ab Anfang 2016 abgebaut: Der BER-Infotower

 

Guten Tag,

wenn man zum BER kommt, beobachtet man seit Jahren die stetige Wiederkehr des Gleichen. Eine Tristesse sondergleichen teilt sich einem mit, die weit entfernt ist vom ehemals als "modernstem Flughafen Europas" gepriesenem Airport, der immer noch auf seine Eröffnung, man möchte fast sagen auf seine Erlösung, wartet.

Schönefeld heute

Angefangen beim schäbigen S-Bhf-Schönefeld fragt man sich, wo denn dieser Flughafen Schönefeld/BER eigentlich liegen soll und ob so eine große Stadt bzw. der Sitz von Regierung/Parlament eines großen europäischen Landes, de facto und de jure auch Hauptstadt genannt, so weiterhin etwa ein Drittel seiner Gäste aus aller Herren Länder empfangen will. Und befindet man sich noch im sogenannten "Schönefeld-Alt" oder schon im neuen Flughafen BER?

Zu sehen bekommt man dann ein real expandierendes Flickwerk, dass sich besonders im Terminal D materialisiert, das die stilistische Raffinesse einer Lagerhalle besitzt, aber vermutlich weitere 10 Jahre aushelfen muss, wenn der BER zum Leben erwacht. Wann das genau sein wird, ist weiterhin offen.

Bis dahin wird der BER auch eher ein Flughafen in Gedanken bleiben, der real als Veranstaltungszentrum fungiert. So werden offiziell die "Einzigartigen Perspektiven" des "BER on bike" oder "Kinderferienprogramme" beworben. "Weihnachtliche Grüße vom Flughafen Berlin Brandenburg" liegen selbstverständlich in Postkartenform auch schon vor.

BER heute

Die BER-Führer reden inzwischen ganz frei von der Leber, dass nicht alles gut, aber eben auch nicht alles schlecht sei.

In diesem Sinne sei man stolz auf die termingerechte Sanierung der Nordbahn. Allerdings sei nicht gut, dass dem BER-Brandschutz-Dienstleister, der insolventen Imtech, ein Teil des Auftrags jüngst wieder entzogen werden musste. Naja, Brandschutzschwamm drüber - es gibt Schlimmeres!

Dann wird locker weiter parliert, dass der ganze Laden mit ca. 1 000 Beschäftigten pro Tag 1 Mio. Euro Kosten verursacht und allein die Deutsche Bundesbahn für ihre Geisterfahrten durch den Bahntunnel zum BER im Monat 5 Mio. Euro berappt. Alles halb so schlimm. Am Ende werde schließlich ein Flughafen mit einem Leistungsvermögen von ca. 45 Mio. Passagieren zur Verfügung stehen, was unabhängige Experten allerdings bezweifeln.

Und im Flyer "BER aktuell" vom November 2015 stehen auch hübsche Zahlen. Demnach ist die "Sanierung Kabeltrassen" zu 94%, die "Abarbeitung Mängel Baulicher Brandschutz" zu 58% und die "Abarbeitung Feststellungen" zu 61% abgeschlossen. Das erinnert einen immer mehr an einen PKW ohne Zündkerzen, der auch zum großen Teil fertiggestellt, aber eben nicht funktionsfähig ist.

Auf der neuen Start- und Landebahn Süd fährt man dann an Passagierfingern vorbei, deren Positionslichter seit 3 Jahren permanent blinken, denen aber Flugzeuge und Passagiere bis auf weiteres fehlen, und die daher mindestens für zwei weitere Jahre sinnlos blinken werden.

Und selbstverständlich wird auch frank und frei inzwischen eingeräumt, dass es wohl doch vor dem Frühjahr 2018 mit der großen BER-Eröffnungssause nichts werden wird und keiner der Beteiligten mehr mit dem bisher so vielfältig beschworenen BER-Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 rechnet. Aber da sinnvollerweise weder im Winter noch im Frühjahr Flughäfen eröffnet werden sollten, wird es wohl der Sommer oder Herbst schlussendlich werden - egal welchen Jahres.    

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team



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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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