Appenzeller gibt sich generös

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Viel-Flieger
Appenzeller gibt sich generös

Der auf einem Beratungsposten der Tagesspiegel-Chefredaktion abgeschobene Gerd Appenzeller macht weiter das, was er am wenigsten kann: er gibt anderen Leuten Ratschläge. So äußert er sich im Blatt wieder einmal zum Stand des BER:

http://www.tagesspiegel.de/meinung/forderung-nach-nachtflugverbot-verzoe...

Anlass ist diesmal der Streit um das von Brandenburg angestrebte, erweiterte Nachtflugverbot am BER. Und wie in grundsätzlich jedem Kommentar von Appenzeller darf seine größte Stilblüte nicht fehlen, eine Standard-Phrase, ohne die ein Appenzeller-Artikel eben nicht komplett wäre:

„...Der Flughafen der Hauptstadt einer der größten Industrienationen der Welt mit einer Nachtruhe zwischen 22 und sechs Uhr, das kann einfach nicht funktionieren....“

Berlin – die Hauptstadt einer der größten Industrienationen der Welt – Damit ist der politische Horizont des ehemaligen Tagesspiegel-Herausgebers anscheinend schon zu 80% ausgefüllt, viel mehr kommt nicht. Immerhin zeigt sich Appenzeller generös, und gibt den unbotmäßigen Provinzlern an der Peripherie der Hauptstadt einer der größten Industrienationen der Welt ein kleines Zuckerbrot. Er könne sich demnach auch ein Nachtflugverbot zwischen 23.00 Uhr und 05.30 Uhr vorstellen. Das Imperium kann auch großzügig sein. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es hier um einen Flughafen geht, der mitten in Brandenburg liegt.

Wie wenig tragfähig Appenzellers Vorhersagen aber sind, beweisen noch heute seine geradezu peinlichen Huldigungen an die Mutter aller Hauptstadtflughäfen, die er als Grußwort im Geschäftsbericht 2011 der Nachwelt hinterlassen hat:

"...Zu lange hatten sich die Berliner wohl in den Zustand geschickt, dass die Hauptstadtregion einer der größten Industrienationen der Welt aus der Luft nur sehr behelfsmäßig zu erreichen ist, vom weitgehenden Fehlen interkontinentaler Verbindungen einmal ganz abgesehen. Nur wer öfter rund um den Erdball unterwegs ist, hat mit einem von Jahr zu Jahr wachsenden Unbehagen gespürt, wie angestaubt, abgewohnt und überlastet die Berliner Flughafenwelten in Tegel, Tempelhof und Schönefeld doch sind oder waren. Das wird sich nun schlagartig ändern. Die Region bekommt mit dem Flughafen Berlin Brandenburg oder, im Kürzel der Internationalen Zivilluftfahrt, mit BER, den modernsten Flughafen Europas und einen der schönsten weltweit...."

Tja, knapp vorbei ist auch daneben. Heute sind die „angestaubten“ und „abgewohnten“ Berliner Flughafenwelten der letzte Rettungsanker für eine an ihrer eigenen Hybris zugrunde gegangenen BER-Lobby. Gezählt sind lediglich die Tage eines aufgeputschten Berlin-Chauvinismus, und seiner obersten Kathedrale. Aber die Hauptstadt einer der größten Industrienationen der Welt wird auch das überstehen.

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