Achtung, jetzt wird es politisch!

+++ Michael Müller, der Pudel von Klaus Wowereit, will sein Nachfolger werden +++

Guten Tag,

seit 2007 ist uns immer wieder - leider nur unter der Hand - bestätigt worden, dass wir eine gute Arbeit machen würden. Sich selber lobt man nicht, und damit wollen wir auch an dieser Stelle nicht anfangen. Uns kommt es aber auf einen ganz anderen Aspekt an, da leider zu der üblichen Verschwiegenheit doch noch gelegentlich Kritik hinzu kam:
 
Uns wurde dann, mit einem vermutlich etwas gequälten Gesichtsausdruck, mitgeteilt, dass unsere Arbeit leider zu politisch und damit quasi kontaminiert wäre. Und Nein, politisch Stellung beziehen wollte man auf keinen Fall - jedenfalls nicht öffentlich. Wir nahmen das vollkommen kontrolliert entgegen. Eine mögliche Gegenfrage hätte lauten können, ob er oder sie in der Frage XY nicht regelmäßig an die Öffentlichkeit treten würde, was man auch Lobbyismus nennen könnte - aber egal!

Nun hat also Michael Müller, der Pudel des zurücktreten wollenden Klaus Wowereit, seine Kandidatur für das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin erklärt.

Wir wollen darauf hinweisen, falls das inzwischen vergessen worden ist, wer dieses Amt in der jüngsten Vergangenheit inne hatte:

Zunächst amtierte ein gewisser Carl Friedrich Leopold von Gerlach vom 8. Mai 1809 bis zum 8. Juni 1813 als Oberbürgermeister von Berlin. Wir wissen von ihm nur durch Wikipedia.

Ab 1951 gab es jedoch in Berlin keinen "Oberbürgermeister" mehr, sondern den Regierenden Bürgermeister Berlins, weil der Ost-Teil de facto nicht mehr dazugehörte, aber der politische Anspruch auf ein ungeteiltes und freies Berlin nach wie vor bestand. Jeder Teil dieses Titels drückte eine ganz bestimmte Botschaft in der Zeit des Kalten Krieges aus, in der es um Freiheit oder Unfreiheit für Berlin, Deutschland und für die Westliche Welt ging - der Amtsinhaber war deshalb auch nie "nur" der Regierende Bürgermeister West-Berlins.

Wir ziehen daher den Hut vor Ernst Reuter, Walther Schreiber, Otto Suhr, Franz Amrehn, Willy Brandt, Heinrich Albertz, Klaus Schütz, Dietrich Stobbe, Hans-Jochen Vogel und Richard von Weizsäcker. Für uns werden diese Regierenden immer Helden bleiben, wobei deren Parteizugehörigkeit immer eine absolute Nebensache war und ist.

Und jetzt bewirbt sich wie gesagt Michael Müller um dieses Amt, wohlgemerkt parteiintern, was wohl die Mentalität ausdrückt, dass Berlin einer bestimmten Partei gehören würde.

Was soll man zu Herrn Müller sagen? Wir wollen seine Heldentaten der letzten Jahre stichpunktartig erwähnen:

- Er vertrat den Standpunkt, dass der Flughafen Tempelhof überflüssig sei, wobei der Flughafen vom Aufkommen her wahlweise aus seiner Sicht zu klein oder zu groß war. Diesen Geistesblitz brachte dann der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Müller, als vermeintlich Unabhängiger, in ein sogenanntes "Bündnis für ein flugfreies Tempelhof" ein. Diese Vereinigung gefiel sich in Klassenkampfparolen wie "Kein Flughafen für Superreiche" oder "Lieber Kindergeschrei als Fluglärm".

- Als wir den Vorschlag ins Gespräch brachten, dass die OSZE, die weltweit Wahlen - und das nicht nur in Krisenstaaten - beobachtet, doch den ersten Tempelhof-Volksentscheid beobachten sollte, ließ sich Herr Müller, offensichtlich in völliger Unkenntnis des Verfahrens, zu der Äußerung hinreißen, dass es unglaublich wäre, einer gewählten Regierung Wahlfälschung zu unterstellen. Angela Merkel hingegen lud die OSZE vollkommen entspannt zu den Bundestagswahlen 2009 ein, denn wer nichts zu verbergen hat, lässt sich auch gerne kontrollieren.

- Im Vorfeld des zweiten Tempelhof-Volksentscheids behauptete Herr Müller, dass in Tempelhof u.a. preiswerte Wohnungen errichtet werden könnten. Tatsächlich sollten hier Quadratmeterpreise von 8-10 Euro fällig werden, wobei in benachbarten Innenstadtlagen inzwischen 11 Euro + einem Baukostenzuschuss von 1 000 Euro - pro Quadratmeter - realisiert werden. Zudem sollte ein Großteil des Geländes als Gewerbegebiet genutzt werden, was in den Unterlagen zum Volksentscheid verschwiegen wurde.

- Geradezu ein Symbol für das Bebauen des ehemaligen Flughafens Tempelhof war das militante Eintreten von Müller für eine neue und teure Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) in Tempelhof, von der jeder wusste, der es wissen wollte, dass sie überflüssig sein würde.

- Als Fraktionsvorsitzender und Mitglied der verschiedenen Wowereit-Senate sprach er brav das nach, was ihm sein Chef in den Block diktierte, egal wie erkennbar falsch es war und was jüngst wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrach, nämlich dass der neue Flughafen BER mit einer Kapazität von 27 Mio. Passagieren/Jahr starten würde und allein ca. 40 000 Arbeitsplätze schon bis 2012 generieren werde. Jüngst räumte Hartmut Mehdorn ein, dass es nur 21 Mio. Passagiere pro Jahr werden würden, woraufhin Klaus Wowereit seinen Rücktritt ankündigte.

All die anderen Katastrophen seiner Stadtentwicklungspolitik, so z.B. die lächerlichen Bauten am Hauptbahnhof, die Schlaglöcher überall, die maroden Brücken, die unkoordinierten Straßen-Baustellen, die dauernden Pannen bei der S-Bahn müssen nicht weiter ausgeführt werden.

Das fatale Agieren von Herrn Müller müsste also hinlänglich bekannt sein. Und dieser Herr Müller würde im Falle eines Falles höchstwahrscheinlich auch der Nachfolger von Klaus Wowereit im Vorsitz der Flughafengesellschaft werden, da das Land Berlin hier derzeit den Vorsitz inne hat. Der neue Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, scheut übrigens den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft wie der Teufel das Weihwasser und überlässt dieses zweifelhafte Amt lieber einem Technokraten.

Und dieser Müller bewirbt nun seine Kandidatur mit dem Schlagwort der "Neuen Sachlichkeit", womit er nicht den gleichnamigen Architektur-Stil meint. Herr Müller versteht bestimmt unter "Bauhaus" auch eher die Baumarktkette.

Und, gibt es dagegen wenigstens außerhalb der Berliner SPD Widerspruch?

Leider Nein! Der unsichtbare Koalitionspartner Frank Henkel, dem Klaus Wowereit wohl aktuell verschärften Stubenarrest verordnet hat, wird immer unsichtbarer, und selbst die parlamentarische Opposition ergeht sich in Ergebenheitsadressen.

Ramona Pop, die Co-Fraktionsvorsitzende der Berliner Bündnisgrünen meinte auf dem Parteitag der Berliner SPD auftreten zu müssen und Klaus Wowereit vermeintliche Verdienste bestätigen zu müssen. Da will wohl jemand rein, und darf es - noch - nicht.

Nein, und die Berliner CDU lehnt natürlich Neuwahlen ab, es ist ja alles so schön kuschelig, und wer will schon seinen Dienstwagen aufs Spiel setzen.  

Abschließend sei noch darauf verwiesen, dass irren selbstverständlich eine allzu menschliche Eigenschaft ist.

Wenn man hingegen wie Klaus Wowereit, Michael Müller & Co wider besseres Wissen gehandelt hat, kann das wohl nicht mehr als bedauerlicher Irrtum bezeichnet werden. Einige Zeitgenossen würden hier von faustdicken Lügen sprechen, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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Text & Redaktion: Wolfgang Przewieslik

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Kommentare

Eine sehr schöne Beschreibung der Personalie Müller. Mal abgesehen davon, dass Saleh und Stöß völlig ungeeignet für das Amt sind, steht Müller als Busenfreund von Wowereit eben auch nur für die Fortsetzung von dessen Rumwurschteln.

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