BER-Inbetriebnahme: Zeitfenster Oktober 2020 - vielleicht

+++ Ergebnisse der FBB-Aufsichtsratssitzung vom 15.12.2017 +++ O-Töne +++ Die Botschaft +++

BER-Eröffnung 2020 ff.

Guten Tag,

im Januar 2016 äußerte sich der damalige Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), Michael Müller, bezüglich der BER-Eröffnung wie folgt: "Der Terminplan (BER-Eröffnung im zweiten Halbjahr 2017) ist in der Umsetzung möglich" und "Es gibt einen Gleichklang zwischen uns und den Unternehmen".

+++ Ergebnisse der FBB-Aufsichtsratssitzung vom 15.12.2017 +++

Ähnlich klang es nun aus dem Mund des FBB-Geschäftsführers Engelbert Lütke Daldrup und des FBB-Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Bretschneider, als am Nachmittag des 15.12.2017 der Oktober 2020 als "Termin" für die BER-Eröffnung genannt wurde, ohne ein konkretes Tagesdatum zu nennen.

Das exakte Datum würde 1 1/2 Jahre vor der Fertigstellung genannt werden, also im ersten Halbjahr 2018. Somit wurde nun zum wiederholten Mal nur ein weiteres BER-Zeitfenster geöffnet und eine Terminsetzung durch eine Vorankündigung ersetzt. Der Winterflugplan beginnt übrigens am 25.10.2020. Ob der BER davor oder danach aufgehen würde, war nicht zu erfahren. Üblicherweise werden Flughäfen aber im Sommer vor der Nachfragespitze eröffnet, bei viel Tageslicht und nicht "mitten in der Nacht" um 6 Uhr morgens.

+++ O-Töne +++

Ansonsten gab es die üblichen Versprechen, anbei eine kurze Zitatensammlung:

Die Bauorganisation wäre neu aufgestellt, ein externes Termincontrolling wäre installiert, der TÜV Rheinland würde die Entwicklung begleiten, es würde sich um einen unternehmerischen und nicht um einen politischen Termin handeln, der Termin wäre belastbar und verlässlich, eine "Wirk-Prinzip-Prüfung" wäre installiert, die bauliche Fertigstellung 2018 würde man weiterhin anstreben, mit einem der Big Five (Siemens, Bosch, T-Systems, Rom und Caverion), nämlich mit dem Gebäudeausstatter Caverion, gäbe es eine Pauschalvereinbarung und und und.

Und der Aufsichtsratsvorsitzende Bretschneider war sich nicht zu schade anzumerken, die jetzige Planung habe "Hand und Fuß". Man muss sich da schon fragen, was denn die bisherigen Planung hatte ... . Und der Umzug von TXL zum BER würde innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Und dann noch der zusätzliche Finanzierungsbedarf: Laut Lüdke Daldrup würden dazu Eigen (Gesellschafter und Bürgen)- und Fremdkapital genutzt werden. Eine interessante und völlig unerwartete Meldung.

+++ Die Botschaft +++

• "Unser Ziel ist es Termine einzuhalten", "Puffer werden nicht kommuniziert", FBB-Aufsichtsratschef Brettschneider
• "Die letzte Phase der Fertigstellung hat begonnen", "Vertrauen kann nur durch Taten zurückgewonnen werden", FBB-Geschäftsführer Lütke Daldrup 

In der FBB-Pressemitteilung vom Tage ist nun davon die Rede, dass mit der Nennung von 2020 "Sicherheit und Orientierung" hergestellt seien. Aber ist das wirklich so? Beide Parlamente, in Berlin und in Brandenburg, sehen das dann doch schon etwas anders. Dort hat man die in der Presse gestreuten Vorankündigungen eher mit Häme aufgenommen. Selbst die Regierungskoalitionäre beider Länder wussten nicht, ob sie lachen oder weinen sollten.

Herzliche Grüße

Ihr Brennpunkt-BER-Team


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Kommentare

Im Grunde kann es uns doch egal sein, ob die erneuten Versprechen zur Öffnung des BER nun eingehalten werden, oder nicht. Darum sollen sich doch die für das BER-Chaos Verantwortlichen kümmern. Wichtig ist nur, dass der Flughafen Tegel mindestens drei weitere Jahre geöffnet bleibt, weitere Verlängerung nicht ausgeschlossen.

In der Zwischenzeit werden natürlich an der BER-Ruine weiter Steuergelder in Millionenhöhe verschleudert, wird weiter getrickst und getäuscht werden, Eins ist klar, an Geldmangel wird dieses Projekt sicher nicht scheitern. Das Geld der Steuerzahler steht der politischen Kaste zur Selbstbedienung unbegrenzt zur Verfügung, ob dies am Ende nun 6, 8 oder 10 Milliarden Euro sind, ist für diese Kreise eher ein nachgeordnetes Problem. Es ist auch kaum vorstellbar, dass der Bau aus rechtlichen Gründen gestoppt wird. Faktisch steht der BER über dem Gesetz, Egal, ob es nun um Lärmschutz, Flugroten, Beihilfen oder Planfeststellung geht, die Legitimität staatlichen Handelns orientiert sich in diesen Zeiten nur noch am Prinzip der der Alternativlosigkeit, das Recht ist zweitrangig. Also wird man schon Wege finden, alles irgendwie zurechtzubiegen.

Wir Berliner können aber froh sein, mindestens drei weitere Jahre von Tegel fliegen zu können. Die BER-Lobby hat jahrelang versucht, Tegel systematisch herunter zu schreiben und an die Wand zu fahren. Wie der letzte Volksentscheid aber ergeben hat, steht die Mehrheit der Berliner zu Tegel, und wird dem BER bestimmt nicht hinterher weinen, wenn das Fiasko dort weiter seinen Lauf nimmt.

Apropos Fiasko. An dieser Stelle sei zuletzt an das berühmte Grußwort von Gerd Appenzeller im Geschäftsbericht der Berliner Flughäfen von 2011 erinnert. Der damalige Herausgeber des Berliner Tagesspiegels schraubte den BER-Hofjournalismus in noch nie gekannte Höhen, Zitat:

„Alles auf Anfang Aus drei mach eins: Berlin hat ab 3. Juni 2012 den modernsten Flughafen Europas“

„Zu lange hatten sich die Berliner wohl in den Zustand geschickt, dass die Hauptstadtregion einer der größten Industrienationen der Welt aus der Luft nur sehr behelfsmäßig zu erreichen ist, vom weitgehenden Fehlen Interkontinentaler Verbindungen einmal ganz abgesehen. Nur wer öfter rund um den Erdball unterwegs ist, hat mit einem von Jahr zu Jahr wachsenden Unbehagen gespürt, wie angestaubt, abgewohnt und überlastet die Berliner Flughafenwelten in Tegel, Tempelhof und Schönefeld doch sind oder waren. Das wird sich nun schlagartig ändern. Die Region bekommt mit dem Flughafen Berlin Brandenburg oder, im Kürzel der Internationalen Zivilluftfahrt, mit BER, den modernsten Flughafen Europas und einen der schönsten weltweit.“

Vielleicht sollten Journalisten zukünftig keine Grußworte mehr für staatliche Bauvorhaben schreiben….

Liebe Redaktion, ich wünsche schöne Feiertage und einen guten Start in das nächste Jahr. Bleibt weiter am Ball des BER-Geschehens. Ich freue mich schon auf Euren nächsten Newsletter.

Einfach weiter auf die Eröffnung hoffen! Vielleicht engagieren sie noch Zara Leander: "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen", und der Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt"/BER (bis 2011 BBI) eröffnet. Haha, ich lach mich tot!

Allen schöne Weihnachten, besonders der Redaktion!

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